Regionale Identitäten als Chance

Regionale Identität und Globalisierung müssen keine Gegensätze sein, sagte Karl-Heinz Lambertz, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, bei der Europamatinee im Kloster Machern.

Bernkastel-Machern. (ger) Christa Klaß, Europaabgeordnete aus Osann-Monzel, begrüßte 280 Gäste im Barocksaal des Kloster Macherns bei ihrer mittlerweile dritten Europa-Matinee. "Unsere Großregion Rheinland-Pfalz, Saarland, Luxemburg, Lothringen und Wallonien, das ist gelebtes Europa", sagte sie.

Besonders hieß Klaß Karl-Heinz Lambertz willkommen, den Ministerpräsidenten der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien. Das ist die Region um Eupen, St. Vith und weiteren Orten an der Grenze zu Deutschand, zu der auch Teile der Eifel gehören.

Klaß' Bitte um Hilfestellung wegen des Wegfalls der Weinbesteuerung in Belgien wurde von Lambertz aufgenommen. Lambertz versprach, in Belgien diesen Wunsch der Moselwinzer an die Entscheidungsgremien weiterzuleiten. Applaus war ihm sicher, noch ehe er zum Kern seiner Botschaft kam.

Lambertz setzt sich für einen weiteren Ausbau Europas ein, ohne jedoch die regionalen Identitäten aufs Spiel zu setzen. Im Gegenteil, gerade die regionalen Identitäten förderten die Weiterentwicklung Europas, meinte Lambertz. "Europa ist die Erfolgsstory des 20. Jahrhunderts. Aber es gibt noch Dinge zum Anpacken. Wir sollten uns resolut gemeinsam dafür einsetzen, damit Europa auch im 21. Jahrhundert ein Erfolg bleibt."

Mannigfaltige grenzübergreifende Kontakte seien geknüpft worden wie zum Beispiel grenzübergreifender Tourismus, gemeinsame Aktivitäten der Krankenhäuser St. Vith und Prüm in der Tele-Radiologie oder die Zusammenarbeit zwischen deutschen und belgischen Handwerkskammern. "Handicap dabei: Es sind Erfolgsmeldungen, aber die Welt nimmt Probleme eher wahr als positive Nachrichten", sagte Lambertz. Für ihn ist klar: Die Erfolge sollen ausgebaut werden. "Daher müssen wir uns mobilisieren und eine Vision entwickeln: Verstärkung der regionalen Identität, einerseits als Verankerung, andererseits als grenzübergreifender Austausch und Handreichung."

Den grenzübergreifenden Gedanken nahmen das Gesangsensemble "La Voce" und die Sängerin Ingrid Wagner auf, begleitet von Michael Meyer am Klavier. Ihre Vorträge wurden zur musikalischen Reise.