Regionale Kunst gelten lassen
Zur Scherl-Debatte ein weiterer Leserbrief:
Mein Gott, nun meldet sich nach den "Freunden von Calleen", Ann-Kathrin Bose und Jürgen Waxweiler, nun auch noch der Österreicher Hrdlicka zum Wittlicher Thema "Ausstellung Scherl im Meistermann-Museumchen" zu Wort. Justinus Calleen, der Enkel von Meistermann, hat es wahrlich bitter nötig. Wenn er weniger eitel, selbstgefällig und kleinkariert wäre und auch regionale Kunst und Künstler gelten lassen würde, hätte er solche billigen Ausflüchte gegen eine Ausstellung Hanns Scherl im Alten Rathaus gar nicht nötig. Das Alte Rathaus, von den Steuern der Wittlicher finanziert, sollte eine Stätte der Begegnung für Wittlicher sein und ein Ausstellungsort nicht nur für Künstler, die fast nur Auswärtige sehen wollen, sondern auch für regionale Künstler, die die Wittlicher kennen, schätzen und sich auch anschauen wollen. Ich begrüße es, dass Jürgen Waxweiler im Alten Rathaus ausstellen durfte. Nur, dass seine Köpfe-Kunst nach seiner eigenen Bewertung und laut Ann-Kathrin Bose "von überregionaler Bedeutung und Strahlkraft ist und Anschluss an die Kunst der Gegenwart gefunden hat", die von Hanns Scherl jedoch nicht, das muss mir mal einer erklären. Und auch, dass Waxweiler, wenn man nach den Aussagen seiner Stellungnahme geht, sicherlich "keine gefälligen Auftragswerke" erfüllt. Künstler müssen doch leben. Auch weitaus höher einzustufende Künstler wie Meistermann haben Werke ausgeführt, die dem Auftraggeber gefallen mussten. Viele wären ansonsten verhungert. Meine Bitte an Bose und Waxweiler: "Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!" Karl-Heinz Clemens, Wittlich-Lüxem scherl- debatte