Regionales Kunstmuseum im Börsenhochhaus in Idar?

Idar-Oberstein · In der Edelsteinbörse in Idar sind zurzeit die Werke zweier Künstlerinnen aus der Region zu sehen. Initiator Damian Hötger könnte sich die Einrichtung eines Museums im Haus vorstellen - und vielleicht sogar ein kleines Hotel.

Idar-Oberstein. Eine Ausstellung mit Bildern der Malerin Andrea Wessely aus Bingen und Arbeiten der Holzbildhauerin Ingrid Pietsch aus Oberheimbach ist noch bis Mitte Januar an einem für solche Zwecke eher ungewöhnlichen Ort zu sehen: in der achten Etage der Edelsteinbörse in Idar.
Viel Raum für Kunst


Organisiert hat die Kunstschau der Rechtsanwalt Damian Hötger, der im gleichen Stockwerk seine Kanzlei betreibt. Dass derzeit in dem Hochhaus reichlich Platz zur Verfügung ist, merkt man auch an der großzügigen Dimensionierung der Ausstellung, für die ein ganzer Flügel reserviert ist.
Für Hötger ist der vielleicht spektakulärste Leerstand in der Schmuck- und Edelsteinstadt Anlass, eine Vision zu entwickeln: In den früheren Räumen des Edelsteinmuseums, so seine Idee, könnte ein Museum für regionale Kunst entstehen. Ehe irgendwann vielleicht Bilder von Rudolf Wild-Idar und Max Rupp in der Börse hängen, kann man zurzeit Werke von zwei Künstlerinnen bewundern, die ebenfalls sehr sehenswert sind.
Andrea Wessely zeigt eine Reihe von meist großformatigen Gemälden, die in der Regel von einer romantisierenden Naturbetrachtung geprägt sind und häufig mit impressionistischen Stilmitteln arbeiten. Geheimnisvoller Wald, mystischer Nebel und verträumte Wege sind vorherrschende Motive, zum Teil aber auch sehr naturalistische Blüten- und Wiesenansichten.
Bei Ingrid Pietsch sieht man, dass sie das Handwerk der Holzbildhauerei von der Pike auf gelernt hat. Da gibt es ganz klassische Arbeiten wie mit Laubornamenten verzierte Weinfässer oder Krippenfiguren von klassisch bis modern.
Darüber hinaus sind auch Werke zu sehen, die sowohl im Stil als auch in der Materialwahl eine ganz eigene Handschrift verraten; etwa, wenn sie die Planken alter Weinfässer verfremdend zu den unterschiedlichsten Objekten umgestaltet. Kunst und Natur seien keine Widersprüche, erklärt Hötger. Ganz im Gegenteil: Sie ergänzten sich, wie die ausgestellten Arbeiten eindrucksvoll belegten.
Galerie und Hotelbetrieb?


Ob Kunst und Leerstand eines Tages auf Dauer in der Börse eine ähnliche produktive Symbiose eingehen, bleibt dagegen auch nach dieser Ausstellung offen. Wenn es nach Rechtsanwalt Hötger geht, der die früheren Museumsräume im zweiten Stock "den Musen zurückgeben" möchte, dann wird eines Tages die Kombination von Kunst und Hotel im gleichen Gebäude zu einer richtigen Erfolgsgeschichte. red