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Reha-Maßnahme „InbeQ“ beim DRK-Sozialwerk Bernkastel-Wittlich

Beruf : Mit Zweirädern auf der Überholspur

Eine junge Frau mit Handicap hat in Wittlich einen Job in einer Fahrradwerkstatt.

Vor sechs Jahren verschlug es Stefanie Biesenecker, eine junge Frau aus der Nähe von Bayreuth, nach Wittlich. Sie ist handwerklich vielseitig interessiert und geschickt, jedoch durch einen unfallbedingten Knieschaden in ihrer körperlichen Belastbarkeit eingeschränkt. Sie vermisste eine dauerhafte berufliche Perspektive. Im Rahmen der beruflichen Reha-Maßnahme „Individuelle betriebliche Qualifizierung“ („InbeQ“) beim DRK-Sozialwerk Bernkastel-Wittlich konnte mit dem Fahrradgeschäft „M-Bike“ ein Familienbetrieb gefunden werden, der Biesenecker von Anfang an mit offenen Armen in sein kleines Team integrierte.

Stefanie Biesenecker hatte nach der weiterführenden Schule ein Berufsvorbereitendes Jahr absolviert und in einem kleinen Zweiradgeschäft von der Pike auf das Handwerk einer Fahrradmonteurin gelernt. In Wittlich hatte sie dann einige kurzzeitige Arbeitsverhältnisse in verschiedenen handwerklichen Betrieben, die trotz großer Bestrebungen nicht zum gewünschten Ziel führten.

Über den Reha-Berater der Agentur für Arbeit, Winfried Koltes, kam sie 2018 in die Maßnahme „InbeQ“ in der Abteilung „Ambulante Arbeit und Bildung“ des DRK-Sozialwerks. Sie erhielt eine umfangreiche Betreuung durch ihre Job-Mentorin Silke Dahlem, mit deren Unterstützung sie zunächst einen adäquaten Praktikumsbetrieb suchte. Es fand sich mit dem Zweiradgeschäft „M-Bike“ in Wittlich ein sozial engagierter Betrieb, der ganz selbstverständlich mit der körperlichen Einschränkung von Stefanie Biesenecker umging. Sie wurde eingearbeitet und  musste sich in ihrem Praktikum neues Fachwissen aneignen, da der Betrieb sich aufgrund der immer größer werdenden Nachfrage verstärkt auf E-Bikes fokussiert. Aufgrund der guten Leistungen wurde Stefanie Biesenecker in ein unbefristetes sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis übernommen. Geschäftsführerin Karin Mummert kann sich die Zukunft von M-Bike mittlerweile nicht nicht mehr ohne die neue Mitarbeiterin vorstellen.

Auch weiterhin wird die Wahl-Wittlicherin in einem niedrigschwelligen Rahmen von ihrer Job-Mentorin an ihrem Arbeitsplatz besucht.

Diese Berufsbegleitung stellt auch nach erfolgreicher Übernahme ein wichtiger Bestandteil der „InbeQ“ dar. Bereichsleiterin Annika Lagodka erklärt, dass auf diese Weise der Betrieb sowie der Teilnehmer auch weiterhin einen kompetenten und vertrauten Ansprechpartner haben, was das Arbeitsverhältnis dauerhaft stabilisieren und sichern kann.