Reifebeginn steht kurz bevor

Weiterhin drei Wochen Vegetationsvorsprung hat der Wein nach Angaben des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum.

Bernkastel-Kues. (red) Trotz der relativ kühlen Witterung haben sich die Trauben gut entwickelt. Das prognostizierte heiße Sommerwetter lässt erwarten, dass der Reifebeginn für frühe Sorten kurz bevorsteht. Die Abschlussspritzung ist für frühe Sorten Anfang der 30. Woche, für späte Sorten Ende Juli/Anfang August einzuplanen. Bei der Mittelwahl sind die Wartezeiten zu beachten.Vereinzelt ist in Junganlagen mit Pflanztüten starker Botrytisbefall aufgetreten. Daher sind diese Anlagen unbedingt auf Befall zu kontrollieren, und gegebenenfalls sind Tüten umgehend zu entfernen. Der Bodenwasservorrat ist bis zur Lese gedeckt, so dass Bodenlockerungsmaßnahmen zu unterlassen sind, um unerwünschte Stickstoffschübe zu vermeiden.Peronospora: Kontaktmittel können zum Einsatz kommen, wenn die letzte Behandlung nicht mehr als zehn Tage zurückliegt und kein Befall vorliegt, z.B. Folpan 80 WDG (1,6 kg/ha, 35 Tage WZ) oder Kupfer-Fungizide (35 Tage WZ). Tiefenwirksame Fungizide sollten nur bei langen Behandlungsabständen oder starker Infektion verwendet werden(z. B. Forum 1,92 l/ha, 35 Tage WZ; Melody Combi 2,4 kg/ha, 28 Tage WZ; Mildicut 4,0 l/ha, 21 Tage WZ).Oidium: Teilweise wurden Anlagen mit sehr starkem Befall gefunden. Dort sollte bevorzugt Prosper (0,8 l/ha, 35 Tage WZ) zum Einsatz kommen. In befallsfreien Anlagen können jetzt Azole verwendet werden, z.B. Castellan (0,32 kg/ha, 42 Tage WZ!), Systhane 20 EW (0,24 l/ha, 28 Tage WZ) oder Topas (0,24 l/ha, 35 Tage WZ). Resistenzmanagement beachten!Botrytis: In gut verblühten Anlagen gibt es bei kompakten Sorten bereits Beerenbotrytis. Der Einsatz eines Spezialbotrytizides wird zur Abschlussbehandlung zum Reifebeginn empfohlen.Schwarzfäule: Neben vermehrtem Blattbefall ist auch Traubenbefall festzustellen. Weitere Infektionen können bis zum Reifebeginn erfolgen. Deshalb ist bis zur Traubenreife darauf zu achten, dass jeweils ein Pero- oder Oidiumfungizid mit einer ausreichenden Wirkung gegenüber Schwarzfäule eingesetzt wird.Traubenwickler: Durch die kühle Witterung hat die Flugintensität zeitweise nachgelassen. Eine Behandlung kann mit einem der folgenden Mittel erfolgen: B.t.- Präparate, Mimic (0,8 l/ha), Runner (0,64 l/ha), Spintor (0,16 l/ha) oder Steward (0,2 kg/ha). Spintor nicht auf blühenden Unterwuchs ausbringen (bienengefährlich).Rebzikade: Eine Bekämpfung mit Steward (0,1875 kg/ha, 14 Tage WZ) wird empfohlen, sobald mehr als durchschnittlich 3 bis 5 Larven pro Blatt ermittelt wurden.

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