Reil nimmt an Studie zu alternativen Wohnformen teil

Reil · Wie werden Menschen im Alter leben, wenn die Geburtenrate sinkt? Gibt es Alternativen zu Pflege- und Altenheimen? Diesen Themen widmet sich die Machbarkeitsstudie "Alternative Wohnformen", an denen die Gemeinde Reil teilnehmen will.

Reil. "Die Machbarkeitsstudie kostet nichts. Wir haben uns schon drei Häuser im Ort mit einer Kommission angesehen. Da wird geschaut, ob wir mit diesen Häusern ein solches Projekt machen können", sagt Reils Bürgermeister Artur Greis. Der Reiler Gemeinderat tat sich dann auch nicht schwer damit, einstimmig den Beschluss zu fassen, am Wettbewerb "WohnPunkt RLP 2016" und der damit verbundenen Machbarkeitsstudie teilzunehmen. Worum geht es konkret?
Die Verbandsgemeinden Zell und Traben-Trarbach wurden im Rahmen der Zukunftsinitiative "Starke Kommunen - starkes Land" als Modellraum mit dem Schwerpunktthema "Gesundheit und Pflege" ausgewählt, berichtet Marcus Heintel, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach.
Angesichts der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft werden immer mehr Menschen im Alter unter Umständen alleine sein und auf Hilfe angewiesen sein. Deshalb startet die Landesregierung dieses Programm. Unlängst hatte Henning Scherf, ehemaliger Bürgermeister von Bremen, darüber einen Vortrag in Bernkastel-Kues gehalten. Scherf, 74 Jahre alt, lebt bereits seit langem mit seiner Frau in einer Alten-Wohngemeinschaft. 200 Interessierte waren zu dem Vortrag gekommen (der TV berichtete am 7. November).
Die Machbarkeitsstudie "Alternative Wohnformen" soll zum Beispiel prüfen, ob es Gebäude gibt, in denen sich eine Senioren-WG ansiedeln könnte. Dem war eine breit angelegte Befragung der Bürger vorausgegangen. Themenbereiche wie Ehrenamt, Pflege und Gesundheit und Mobilität und Infrastruktur kristallisierten sich dabei heraus. Außerdem wurde bekannt, dass 46 Prozent der Befragten ein Wohnen in einer Gemeinschaft im Alter dem Alleinsein vorziehen würden. Mehrgenerationen-Wohnen, betreute Wohngruppen und allgemein betreutes Wohnen zählten dazu.
In der Machbarkeitsstudie, an der sich Reil nun beteiligt, sollen weitere Faktoren ermittelt werden: Es soll eingeschätzt werden, ob in der Bevölkerungsgruppe ab 60 Jahren Interesse an alternativen Wohnformen besteht. Die ehrenamtlichen Strukturen sollen überprüft werden. Weiterhin soll dargestellt werden, inwieweit bereits vorhandene Dienste und Einrichtungen der pflegerischen Versorgung bereit sind, alternative Wohnprojekte zu unterstützten. Zudem soll die vorhandene Bausubstanz eingeschätzt werden. Dabei geht es darum, geeignete Häuser für ein Mehrgenerationenprojekt zu finden.
Die Teilnahme an der Machbarkeitsstudie verpflichtet die Ortsgemeinde Reil nicht zur Realisierung der Projekte, so der Beschluss. Bislang geht es nur darum, den Bedarf zu ermitteln und herauszufinden, ob solch ein Projekt überhaupt möglich ist.
Die Kosten der Studie werden im Rahmen der Zukunftsinitiative "Starke Kommunen - starkes Land" in voller Höhe durch Landesmittel finanziert. hpl