Reizen, stechen, zocken

BEUREN. (doth) Da sage einer etwas gegen Saarländer. Immerhin scheinen einige besser Skat spielen zu können als die Hunsrücker. Die Sieger des Jubiläums-Skatturniers von "Herz-Dame" Schönberg wurden Karl-Heinz Gerber mit 3392 und Sven Honig mit 3271 Punkten. Beide kamen aus Marpingen im Landkreis St. Wendel nach Beuren, wo dieses Turnier traditionell ausgetragen wird.

 Turnierleiter und "Herz-Dame"-Vorsitzender Werner Schneider (rechts) übergab die Urkunden, Geld- und Sachpreise und der besten Mannschaft den riesigen Wanderpokal.Foto: doth

Turnierleiter und "Herz-Dame"-Vorsitzender Werner Schneider (rechts) übergab die Urkunden, Geld- und Sachpreise und der besten Mannschaft den riesigen Wanderpokal.Foto: doth

Auch "ins Geld" gespielt haben sich Toni Kiel von "Herz Bube" Bitburg mit 3184 Punkten, Dominik Wonnes aus Binscheid mit 3111 Punkten und Andreas Kolon, ebenfalls "Herz-Bube" Bitburg, mit 3090 Punkten. Der riesige Wanderpokal für die beste unter 22 Mannschaften erspielten sich die "Bocksteinbuben" aus Ockfen mit 9446 Punkten. Fast 300 Skatfreunde "reizten und stachen" um die Wette. Immerhin lockte der Jubiläumsverein, der mit diesem Turnier seinen 30. Geburtstag feierte, mit 73 Geld- und Sachpreisen und einer üppig ausgestatteten Tombola. Turnierleiter Schneider und die Schiedsrichter zeigten sich sehr zufrieden mit dem Verlauf. Nicht zufrieden ist Schneider und der Vorsitzende des Skatsportverbandes Trier, Peter Schwan, mit dem allgemeinen Trend. Die Tatsache, dass ganze vier Jugendliche und nur 18 Skatschwestern am Turnier teilgenommen hatten, spricht für sich. "Der Skatsport droht, ähnlich wie andere traditionelle Vereine, zu vergreisen", klagen die Funktionäre. Was kann man tun, um dem Skatsport die Attraktivität etwa von Schach zu verleihen, das ja bekanntermaßen viele junge Leute begeistert? "Wir von Herz-Dame Schönberg haben nur zehn Mitglieder und können da nicht viel ausrichten", klagt der Vorsitzende. Aber, es gebe ja wesentlich größere Vereine, die gute Angebote auch für Jugendliche machen. Woran liegt's, wenn Jugendliche einen großen Bogen um das bekannteste deutsche Kartenspiel machen? "Es ist vielleicht die Angst vorm Verlieren", mutmaßen Schwan und Schneider. Dabei seien Skatspieler doch so tolerant. Und wenn zwei passionierte Spieler einen dritten Mann suchen seien sie um so toleranter. Eines haftet Skat jedoch immer noch an, der Geruch des Zockens um Geld in verrauchten Kneipen. Fast konnte man sich in diesem Vorurteil bestätigt sehen, denn die Luft im großen Saal des Beurener Bürgerhauses war stark verqualmt. Allein "rauchende Köpfe" konnten das nicht gewesen sein. Dennoch sehen sich die Skatspieler als Sportler, die eben nicht zocken und aus Konzentrationsgründen auch keinen Alkohol trinken. 35 000 organisierte Skatspieler gibt es in Deutschland. Sie gehören einem Verband an, der immerhin schon 1999 sein hundertjähriges Bestehen feierte. Wo es überall Vereine gibt, darüber informiert der Skatsportverband Trier unter Telefon 06502/3469. Also nur Mut zum Turnier. Nicht dass wieder 40 angereiste Saarländer den Hunsrückern beim nächsten Turnier zeigen, wie richtig Skat gespielt wird.

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