Glaube : Renovierte Wegekreuze eingesegnet

Im Rahmen eines Stationsgottesdienstes wurden die beiden von der Stadt Wittlich renovierten Wegekreuze in der Wilhelm-Busch-Strasse in Lüxem und auf dem Afferberg von Kaplan Carsten Scher neu eingesegnet. Beide Kreuze gehören zu den „Sieben Schmerzenskreuzen“, die früher zu Bittgängen aufgesucht wurden.

Die Gläubigen aus den Pfarreien St. Maria Magdalena Lüxem und St. Markus Wittlich trafen sich am Wegekreuz in der Senke zum Afferberg. Das zwei Meter hohe Schaftkreuz wurde 1875 errichtet. Es war früher bei den Bittgängen die zweite  Station auf dem Weg der Pilger. Kaplan Scher wies in seiner Einführung darauf hin, dass das Kreuz auch für die Menschen heute Zeichen des Lebens und der Liebe Gottes zu den Menschen sei. In einer Andacht mit einer Lesung aus der Apostelgeschichte, Liedern  und Gebeten wurde das im gotischen Stil gestaltete Kreuz gesegnet. Mit dem „Stadtgebet für Wittlich“ wurden die Anliegen der Zeit aufgegriffen und für die Menschen in der Stadt  und für ein friedliches Miteinander der Religionen und Kulturen gebetet.

In einer Prozession machte sich die Pilgergruppe auf den Weg zum Schmerzenskreuz auf dem Afferberg. Eine 92-jährige Lüxemerin erzählte, dass sie selbst am letzten Bittgang im Jahr 1938 teilgenommen habe, bei dem für eine schwerkranke, im Sterben liegende Frau gebetet wurde. Die Teilnehmer wurden eingeladen, unterwegs einen Stein vom Weg mitzunehmen, als Symbol für die Sorgen, die jeden belasten.

Das Schaftkreuz auf der Höhe des Afferberges ist aus  rotem Sandstein errichtet und wurde 1741 vom Ehepaar Bernardi gestiftet. Die etwas erhöhte Stellung des Kreuzes zum Weg ermöglicht einen direkten Blick auf den Christus am Kreuz und seinen leidenden Gesichtsausdruck. Darunter sieht der Betrachter im Kapitell die Darstellung einer Pieta, die neben Maria und dem Leichnam Jesu auch Maria Magdalena und Joseph von Arimatäa zeigt. Die Teilnehmer legten am Sockel des Kreuzes die mitgebrachten Steine ab.

Mit einer Lesung aus dem Johannesevangelium, Texten zu Ehren der Gottesmutter, Fürbitten und Liedern wurde die Einsegnung dieses dritten Wegekreuzes der „Sieben Schmerzenskreuze“ umrahmt.

Kaplan Scher bedankte sich bei Elke Scheid vom Kulturamt  der Stadt Wittlich für ihr Engagement und für die Übernahme der Kosten der Renovierung.

Im Anschluss an den Gottesdienst hatten alle die Möglichkeit zur Begegnung an einem Rastplatz mit Blick auf Lüxem bei Gebäck und Getränken.

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