Richard Pestemer gibt das Ehrenamt als Ortsbürgermeister von Neunkirchen nach 15 Jahren auf.

Neunkirchener Ortsbürgermeister hört auf : „Ich werde nicht mehr kandidieren“

Richard Pestemer gibt das Ehrenamt als Ortsbürgermeister von Neunkirchen nach 15 Jahren auf. Sein Vermächtnis: ein engagierter Umwelt- und Naturschutz für ein blühendes Dorf.

Er ist ein Kämpfer für Umwelt- und Naturschutz. Doch mit seiner unkonventionellen Art, seine Forderungen vorzutragen, stieß er nicht immer auf Gegenliebe. Jetzt hat Richard Pestemer im Rahmen der jährlichen TV-Dorfumfrage angekündigt, bei der Kommunalwahl im Mai nicht mehr für das Ehrenamt des Ortsbürgermeisters von Neunkirchen zu kandidieren.

Der Ortschef des 162-Einwohnerortes sagt: „Was meine Person betrifft, werde ich nach 15-jähriger Amtszeit nicht mehr kandidieren.“ Sein Wunsch sei es, dass Neunkirchen als Ortsgemeinde selbstständig bleibe und weiterhin ihren Beitrag leiste zur Umsetzung der langjährigen Forderung nach einer aufgabenorientierten finanziellen Mindestausstattung.

Diese Forderung werde doch von Landrat Gregor Eibes und dem Gemeinde- und Städtebund geteilt. „Die Kommunalfinanzreform darf keinen Tag mehr verschoben werden“, sagt Pestemer, denn sonst sei auch die Kommunalreform bloße Makulatur und endgültig gescheitert.

Nachhaltigkeit ist für Pestemer ein wichtiges Thema. Im Ort gab es zu Beispiel  am 13. Oktober 2018 die Aktion „Rettet die Biene Maja“, an der mehr als 30 Kinder Schutzhäuschen für Wildbienen für ein „Blühendes Neunkirchen“ bauten, berichtet er.

Gerne hätte Pestemer an seinen Nachfolger oder Nachfolgerin eine Miniausgabe der Morbacher Energielandschaft vererbt. Zwischen den Ortsgemeinden Lückenburg, Talling und Neunkirchen bestand bereits eine vertragliche Vereinbarung, einen interkommunalen Windpark zu errichten.

Pestemer bedauert: „Dieses Vorhaben scheiterte endgültig nach den Landtagswahlen 2016, nach der die rot-gelb-grüne-Koalition die Windenergie immer restriktiver handhabte.“ Windkraftgegner in der Landesregierung seien wieder stärker geworden und hätten die Vereinbarung „gesprengt“.

Trotz dieser Rückschläge haben Pestemer und sein Ortsgemeinderat an einer umfassenden energetischen Nachhaltigkeit für ihr Dorf festgehalten. Als Erfolg kann die Auszeichnung als erste Klimaschutz-Kommune in der Pilotregion Mittleres Moseltal gewertet werden. 

Der Gemeinderat von Neunkirchen beschloss im November 2018 die Teilnahme von Neunkirchen am Projekt Klimaschutz (der TV berichtete mehrfach) in kleinen Kommunen durch Klimaschutzpaten (KlikK aktiv).    Um kleine Kommunen mit weniger als 5000 Einwohnern bei ihren Aktivitäten im Klimaschutz zu unterstützen, hatte die Energieagentur Rheinland-Pfalz das Projekt „Klimaschutz in kleinen Kommunen durch ehrenamtliche Klimaschutzpaten“ (KlikK aktiv) ins Leben gerufen.

Das KlikK aktiv-Projektteam der Energieagentur Rheinland-Pfalz analysiert bei den teilnehmenden Dörfern die Situation der Kommune, entwickelt mögliche Klimaschutzprojekte und aktiviert ehrenamtliche Kümmerer.

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