"Richtfest" für die Trarbacher Stumm-Orgel

Anfang März kehrte die restaurierte Stumm-Orgel zerlegt in die evangelische Kirche zu Trarbach zurück (der TV berichtete). Elf Wochen später hat Orgelbaumeister Rainer Müller aus Merxheim/Nahe die witterungsbedingte Verzögerung wettgemacht. "Wir liegen im Zeitplan", freut sich Müller, und am Samstag, 29. Mai, wird ein "Richtfest" in der Kirche gefeiert.

 Orgelbaumeister Rainer Müller (rechts) erklärt hier im Beisein von Geselle Martin Schau dem Kassierer des Fördervereines, Hans Werner Emert (links), wie er eine Öffnung in der Orgelpfeife weiten und damit den Klang verändern kann. TV-Foto: Gerda Knorrn-Belitz

Orgelbaumeister Rainer Müller (rechts) erklärt hier im Beisein von Geselle Martin Schau dem Kassierer des Fördervereines, Hans Werner Emert (links), wie er eine Öffnung in der Orgelpfeife weiten und damit den Klang verändern kann. TV-Foto: Gerda Knorrn-Belitz

Traben-Trarbach. (GKB) Förderer und Freunde der Orgel können sich ab 17 Uhr bei Wein und Speckkuchen ein erstes Bild von den Aufbau-Arbeiten verschaffen, es erwartet sie eine Überraschung, und ganz lautlos wird das Fest auch nicht vonstatten gehen, doch mehr wird nicht verraten. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Der vor vier Jahren gegründete Förderverein hat inzwischen 71 Mitglieder. "Wir sind auf der Zielgeraden und hoffen, bis zur Einweihung den letzten Spenden-Cent eingenommen zu haben", sagt der 1. Vorsitzende Klaus Weinmann. Der Orgelbaumeister und sieben Mitarbeiter haben den technischen Aufbau inzwischen abgeschlossen. "Jetzt folgen die Feinarbeiten, und in etwa zwei bis drei Wochen kann ich mit dem Intonieren beginnen", sagt Rainer Müller im Gespräch mit dem TV. 1300 Pfeifen warten auf den guten Ton, und das ist eine Millimeter-Arbeit für den Meister. Er bläst durch eine kleine Pfeife und demonstriert, wie sich der Klangcharakter durch den Einsatz verschiedener Werkzeuge verändert. "Man sieht nichts, es gibt nichts zu messen, man hat es nur im Gefühl". Müllers jahrelange Berufserfahrung und das Hören vieler Stumm-Orgeln erleichtern ihm die Arbeit, die ihn die nächsten Monate beanspruchen wird. "Das Hauptproblem ist, dass keine Pfeife klanglich so bleiben kann, wie sie war. Ich muss vorher wissen, wie die ganze Orgel klingt". Müller vergleicht das mit dem Maler, der beim ersten Pinselstrich schon eine Vorstellung vom ganzen Gemälde hat. Ein gutes Gehör, Geschick, Geduld und eine ruhige Hand sind vonnöten, wenn er die Pfeifen intoniert. Das sei eine subjektive Interpretation, aber "wir werden relativ nahe am Original-Klang von Stumm liegen", ist er zuversichtlich. Das Eichenholz-Gehäuse der Orgel wurde gereinigt und die neu angefügte Brüstung in einem niedrigeren Glanzgrad gestrichen. Dadurch wird das Instrument optisch noch mehr hervorgehoben, aber Geduld ist gefragt, bis es wieder erklingen wird und ein genauer Zeitpunkt ist noch unbekannt. "Ende Juli wage ich eine Prognose", sagt der Meister.

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