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Riesling Harmonists und Casino Salon Orchester geben eine musikalische Liebeserklärung an die 1920er Jahre ab

Riesling Harmonists und Casino Salon Orchester geben eine musikalische Liebeserklärung an die 1920er Jahre ab

Der erste gemeinsame Auftritt der Riesling Harmonists mit dem Casino Salon Orchester kam beim Publikum in Neumagen-Dhron sehr gut an. Das außergewöhnliche Gastspiel führte Menschen aus der gesamten Region zusammen.

Der ganze Saal schwingt - und mit ihm die Besucher. Einige singen leise mit. Wer kann schon widerstehen bei "Veronika, der Lenz ist da" oder "Wochenend und Sonnenschein"? Die Evergreens der Comedian Harmonists sind Teil des Repertoires der Riesling Harmonists, zwölf Sängern aus Trittenheim, Neumagen-Dhron, Piesport und Brauneberg. Der von Horst Goerres geleitete Chor ist seit 16 Jahren aktiv, trat aber nun erstmals gemeinsam auf mit dem Casino Salon Orchester, das seit 2010 Salon-und Tanzmusik der 1920er bis 1940er spielt.

In dem mit Sängerin Stephanie Zang 14-köpfigen Ensemble, benannt nach dem ersten Probenraum im Alten Casino Trarbach, musizieren Leute aus Traben-Trarbach, Bernkastel-Kues und Platten. Ihr Repertoire motivierte in Neumagen-Dhron ebenfalls zum Singen, aber auch zum Tanzen. So etwa den Paso Doble zu "Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da" oder Tango zu "Roter Mohn". "Da geht einem das Herz auf", sagte Tenor Karl-Heinz Falkenburg während einer kurzen Pause des Chores, der sich mit dem Orchester abwechselte. Denn trotz der ähnlichen Musikstile war es schwierig, ein Stück zusammen zu präsentieren. Umso besser kam gegen Ende "Ein Freund, ein guter Freund" an. "Das war super und hat uns viel Spaß gemacht", lobten Brigitte und Hans-Günther Gantenberg aus Piesport. Rolf Quirin war extra aus Hermeskeil hergekommen mit einer Begleiterin aus Trier. Er habe das Orchester kürzlich in Simmern erlebt und wollte sich nun erneut "was Schönes antun". "Das passt sehr gut zusammen", fanden Rita und Willi Müllers aus Kröv.

Die Väter der Kooperation sind Posaunist Hermann Hower und Horst Goerres. Sie kennen sich seit Jahrzehnten, weiß Orchesterleiter Jürgen Kullmann, der die Idee begrüßt: "Schön, dass es an der Mittelmosel zwei solche Gruppen gibt." Hartnäckig war vor allem Hower, der von der "tollen Symbiose" verschiedener Ensembles mit gleicher Musikrichtung schwärmt. Bei Goerres fand er offene Ohren, weil sie ja "die gleiche Musik - nur mit anderen Klangkörpern" präsentierten. Schwierig war nur, einen Termin zu finden. Daher stieg das Konzert an Pfingsten parallel zum Wein- und Brückenfest in Trittenheim.

Die dortige Harmonists-Fangemeinde musste daher größtenteils passen bei der von etwa 170 Gästen besuchten und von Robert Schattel moderierten Premiere. urs