Riesling über alles

Es ist eigentlich keine Neuigkeit: Deutscher Riesling, und speziell der von der Mosel, ist auf den internationalen Märkten so gefragt wie noch nie. In den USA ist eine unvergleichliche Riesling-Euphorie ausgebrochen.

Sowohl teure Gutsweine von Renommierbetrieben als auch preiswerte Rieslingcuvées deutscher Weinkellereien finden in Übersee reißenden Absatz. Pessimisten sagen: Die Amis setzen einen Trend, fahren voll auf ein bestimmtes Produkt ab, und lassen es nach wenigen Jahren wieder fallen. Dem Chardonnay ist es so ergangen. Zuerst konnten die Amerikaner nicht genug von diesem französischen Weißwein bekommen, jetzt ist Chardonnay out. Vorbei und vergessen. Die Ablehnung ging zuletzt gar so weit, dass man von ABC-Weinen sprach (anything but Chardonnay = alles außer Chardonnay). Ob es dem Riesling auch einmal so ergeht? Was zuversichtlich stimmt, ist die Tatsache, dass der Moselriesling inzwischen auch traditionelle Weinländer wie Frankreich oder Italien erobert. Länder, in denen die besten Rotweine der Welt wachsen. Die Mengen sind zwar noch sehr gering, aber der Trend zeigt deutlich nach oben. Die Franzosen schätzen vor allem immer mehr die edelsüßen Rieslingweine. Gute trockene Rieslinge gibt es auch im Elsass - da bleiben die Franzosen (noch) im eigenen Land - doch die unvergleichlichen edelsüßen wachsen nur an der Mosel.Winfried Simon

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