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Riez-Open-Air in Olkenbach: Krasseste Gartenparty der Region Trier

Musikfestival : Die krasseste Gartenparty der Region ist wieder da

Die Macher des Riez-Open-Airs können sich auf ihre Fans verlassen – auf und vor der Bühne. Nach zwei Jahren Corona-Pause gab es das ehrenamtlich organisierte Festival zum 22. Mal.

Tamara Schaab schaut zufrieden über die tanzende oder sich unterhaltende Menschen­menge in dem schmalen Seitental des Flüsschens Alf. Am frühen Freitagabend ist das Riez-Open-Air bereits zu 60 Prozent ausgelastet. Das ist gut. Am Ende des Tages wird sie von 700 zahlenden Punkrock- und Hardcore-Fans sprechen. Am Samstag war das Festival mit 900 Zuschauern sogar aus­verkauft.

 Beim Riez-Open-Air in Bausendorf spielt die Post-Rock-Formation Marathonmann.
Beim Riez-Open-Air in Bausendorf spielt die Post-Rock-Formation Marathonmann. Foto: Holger Teusch

Ob es eine Frage war, dass das Riez Open Air Corona trotzen und wieder auferstehen würde? Schaab guckt etwas verdutzt. Klar, zwei Jahre Pandemie waren für den Verein hart. Das Open-Air-Festival zweimal zu verschieben, war ein finanzieller Kraftakt. Die Pacht für die ebenfalls vom Kulturverein betriebene Rockbar lief weiter. „Überbrückungshilfe gab es nicht, weil wir keine Gehälter zahlen“, erzählt Schaab. Aber dass das Riez-Open-Air wieder stattfinden würde, war nie eine Frage. „Wir haben immer gesagt, wir planen! Es muss ja weitergehen“, sagt sie.

Da ist zum einen die Treue der Bands. Schönes Beispiel: Drei Tage vor dem Open Air sagte Turbostaat, der Headliner für den Freitag, aus gesundheitlichen Gründen ab. Ihr Sänger war erkrankt. Kurzfristig springt die Band Marathon­mann ein. Nachmittags spielen die Münchner noch in Bonn, bei Einbruch der Dunkelheit auf dem Riez-Gelände. „Wir waren vor ein paar Jahren schon mal hier“, erzählt Frontmann Michael „Michi“ Lettner. Dass hat offensichtlich Eindruck hinterlassen, auch wenn die Bayern statt vor Tausenden nur vor einigen Hundert Fans spielen.

 Beim Riez-Open-Air in Bausendorf spielt die Post-Rock-Formation Marathonmann.
Beim Riez-Open-Air in Bausendorf spielt die Post-Rock-Formation Marathonmann. Foto: Holger Teusch

Das Familiäre macht das Riez-Open-Air aus. Wenn Tamara Schaab über das Gelände geht, kommt sie genauso wie ihre Vorstandskollegen meist nicht weit. „Jeder kennt jeden. Dann wird hier ein Schwätzchen gehalten und dort“, erzählt sie. Dass für Camping und für Wohnmobile zwei Wiesen diesmal nicht zur Verfügung stehen, fällt kaum auf. Bis weit in das Alf-Seitental stehen die Zelte und Caravans. „Das ist wie Urlaub“, sagt ein Mann wie ein Bär, der gleich die ganze Familie mitgebracht hat. Nur etwas lauter, weshalb die Kinder vor der Bühne Ohrschützer tragen.

Nach zwei Jahren Pause realisierte der Riez Kulturverein einige Ideen, die schon länger in den Köpfen der Organisatoren herumspukten. Sei es der neue Sanitärbereich („Dixiland“) oder die Merchandising-Stände. Die Sicherheitsvorkehrungen mussten ausgeweitet werden. Betonpoller versperren nun die Zufahrtswege. Das Grundkonzept des Riez-Open-Airs bleibt aber das Gleiche: drei Abende mit jeder Menge Punkrock und Hardcore mitten in der Natur. „Halt die krasseste Gartenparty“, sagt Tamara Schaab lachend und verweist auf den neuen Eingangsbereich mit Blümchen links und rechts.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Riez Open Air in Bausendorf-Olkenbach