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Robert Friedrich wird Gemeindereferent in der Pfarreiengemeinschaft Landscheid

Pfarreiengemeinschaft Landscheid : Sein Auftrag: Werbung für die Botschaft Jesu

Robert Friedrich wird Gemeindereferent in der Pfarreiengemeinschaft Landscheid.

Robert Friedrich (48), aufgewachsen in Kenn, ist eigentlich diplomierter Kommunikationsdesigner. Doch am 3. September wird er gemeinsam mit sechs weiteren Frauen und einem Mann für den pastoralen Dienst im Bistum Trier beauftragt. Dann ist er Gemeindereferent in der Pfarreiengemeinschaft Landscheid, in der er bereits seine zweijährige Berufseinführung absolviert hat. „Früher habe ich Werbung für meine Kunden gemacht, heute mache ich Werbung für die Botschaft Jesu Christi”, kommentiert er seine berufliche Neuorientierung.

Seit 15 Jahren ist Friedrich Freiberufler, entwickelt etwa Logos oder gestaltet Werbung für Firmen. Der Wahl-Trierer lernte seinen Beruf von der Pike auf: zunächst die Lehre zum Mediengestalter, anschließend das Kommunikationsdesign-Studium an der Hochschule Trier. Es folgten eine Anstellung in Worms sowie in Ravensburg, in der Designabteilung des bekannten Spieleherstellers Ravensburger. Dabei zieht sich die enge Bindung zu Kirche und Glauben wie ein roter Faden durch sein Leben: Als Kind war er Messdiener, als Jugendlicher kam er zu den Pfadfindern, er leitete eine Jugendgruppe, engagierte sich im Besuchs- und Begleitdienst für Senioren in einem Trierer Altersheim und begleitete mehrmals einen Krankenzug in den französischen Pilgerort Lourdes. „Es gab aber auch schon mal eine Zeit, in der ich zwar immer noch regelmäßig zur Messe gegangen, aber im stressigen Alltag im Glauben nicht wirklich weiter gekommen bin, wo ich gemerkt habe: Da entwickelt sich gerade nichts.” Als er dann den Verlust eines Familienmitglieds zu verschmerzen hatte, kam er ins Grübeln und entschloss sich, den Jakobsweg zu pilgern. Ein guter Freund lud ihn damals ein, an einem Bibelkreis teilzunehmen und über das Erlebte zu sprechen. „Wir haben uns einfach das Tagesevangelium vorgenommen und jede Woche eine Stunde lang darüber geredet und gemeinsam gebetet.” Langsam, aber stetig wuchs in ihm der Entschluss, nebenberuflich Theologie zu studieren. „Ich habe während dieser Zeit erfahren, dass ich offen über meinen Glauben sprechen kann und auch alles hinterfragen darf. Das war eine ganz neue Entdeckung, und auch Anlass für mich, meinen Glauben noch einmal neu zu prüfen”, erzählt er mit einem Leuchten in den Augen. „Genau das inspiriert mich heute noch: Als Gemeindereferent möchte ich Wegbegleiter für die Menschen sein, ihnen Raum geben, mit ihrem Glauben ins Gespräch zu kommen und sich das Evangelium immer wieder aufs Neue zu erschließen.”

Während des Studiums und der dreijährigen Ausbildung zum Gemeindereferenten mutierte Friedrich regelrecht zur Nachteule: Tagsüber büffelte er fürs Studium im Würzburger Fernkurs, tat seinen Dienst in der Gemeinde und unterrichtete Grundschulkinder. In den späten Abendstunden blieb ihm dann Zeit, anstehende Design-Aufträge zu erledigen: „Aber Designer sitzen ja eh oft nachts an ihrer Arbeit”, verrät er lachend. Trotzdem nimmt sich der 48-Jährige Zeit für seine Hobbies: Derzeit restauriert er einen Oldtimer, eine alte Ente, zerlegt den Motor in seine Einzelteile, um sie dann wieder zusammen zu tüfteln, entrostet die Karosserie und übt sich in Schweißarbeiten. Seine große Leidenschaft Singen komme momentan leider zu kurz, bedauert Friedrich, der vor einigen Jahren eine Kantorenausbildung in Trier gemacht, und auch neun Jahre lang Mitglied im Extrachor für das Theater Trier war.

Beide Berufe und die damit verbundenen Fähigkeiten und Kenntnisse nun zusammenzubringen, ist sein erklärtes Ziel: „Ich möchte Menschen neugierig machen auf den christlichen Glauben, indem ich ihnen die Zusammenhänge zwischen Glauben und ihrer Lebenswelt visualisiere. Denn ich glaube, wir brauchen heutzutage wieder neue Bilder, um die Botschaft Jesu zu vermitteln und erfahrbar zu machen. So, wie es uns Jesus meisterhaft für seine Zeit mit Gleichnissen vorgemacht hat. Das ist mir ein echtes Herzensanliegen.” An seiner künftigen Aufgabe schätzt Friedrich die relativ freie Zeiteinteilung und die Möglichkeit, in vielen Punkten Eigenverantwortung zu übernehmen. „Es ist toll, dass man als Gemeindereferent die Möglichkeit hat, viele eigene Ideen in den Berufsalltag einzubringen. Manchmal frage ich mich: Warum bin ich nicht schon viel früher darauf gekommen, Gemeindereferent zu werden?”

Zurzeit arbeiten 263 Gemeindereferentinnen und -referenten sowie 203 Pastoralreferentinnen und -referenten mit den Menschen in den Pfarreien, Pfarreiengemeinschaften. Dekanaten und Pastoralen Räumen des Bistums; sie sind in verschiedenen pastoralen Feldern unterwegs, unter anderem mit Kindern und Jugendlichen, deren Eltern, Paaren und Singles und begleiten die Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen. In verschiedenen Rollen tragen sie Verantwortung in der Pastoral zusammen mit allen hauptamtlichen und ehrenamtlich Engagierten. Sie teilen, leben und geben Zeugnis für den christlichen Glauben und unterstützen andere dabei, den eigenen Glauben zu entdecken und ins Wort und in die Tat zu bringen in Kirche und Welt.

Weitere Informationen gibt es unter www.bistum-trier.de/personal/ausbildung-pastoraler-berufe und beim Bistum Trier, Mustorstraße 2, 54290 Trier, Tel. 0651-7105214. E-Mail: herbert.tholl@bgv-trier.de. Die Beauftragungsfeier am Samstag, 3. September, um 9 Uhr, wird auch live im Internet gestreamt:
https://youtu.be/3aIu_Jd0exE.