Rodungen für Kreisel und Ausgrabungsprojekt

Hinzerath · Die B 50 neu macht sich langsam auch bei Morbach bemerkbar. Zuerst wird das Gelände um die Kreuzung B 50/B 327 beim Archäologiepark Belginum nach Spuren der Römer und Kelten untersucht. Deshalb werden dort derzeit Bäume gefällt. In einigen Jahren soll die Kreuzung zum Verkehrskreisel umgebaut werden.

Roden für die Ausgrabung und einen Kreisel: Ein Forstarbeiter fällt eine Birke im Bereich der Hinzerather Kreuzung. TV-Foto: Christoph Strouvelle

Hinzerath. An der Hinzerather Kreuzung, neben dem Archäologiepark Belginum, knattern die Motorsägen. Forstarbeiter fällen Fichten, Buchen und Birken, die neben der B 50 und der Hunsrückhöhenstraße stehen.
Große Maschinen greifen die Baumstämme und entfernen die Äste. Nach kurzer Zeit sind zwei Flächen zwischen der Kreuzung und dem Belginum-Gelände sowie zwischen den beiden Bundesstraßen komplett baumfrei.
Grund für die Arbeiten ist die bevorstehende Verkehrsänderung im Zuge des Baus der B 50 neu. Sie wird vom Hochmoselübergang kommend einige Hundert Meter entfernt von der jetzigen Kreuzung auf die Hunsrückhöhenstraße treffen. Dann wird aus der gefährlichen Hinzerather Kreuzung ein Kreisel.
Von ihm werden neben den beiden Bundesstraßen auch die Landstraße nach Hinzerath sowie die Kreisstraße nach Wederath abzweigen.
Archäologische Arbeiten nötig


Allerdings werden für den Bau bisher bewaldete Bereiche der Grabungsschutzzone des Archäologieparks Belginum benötigt, die bisher noch nicht archäologisch erforscht worden sind. Um für das anstehende Planfeststellungsverfahren die benötigten Informationen bereitstellen zu können und die dann archäologisch relevanten Vorgaben einzuhalten, ist eine Untersuchung der betroffenen Flächen erforderlich. Demnächst soll auf den gerodeten Flächen nach Hinterlassenschaften der Römer und Kelten gesucht werden.
Müssen die Autofahrer in absehbarer Zeit in dem Bereich wegen einer Großbaustelle möglicherweise mit Verkehrsbehinderungen rechnen? Hans-Michael Bartnick vom Landesbetrieb Mobilität verneint das: "Noch wird gar nix gebaut. Auch nicht morgen oder übermorgen", sagt er. Die archäologischen Untersuchungen seien notwendig, um die Kreuzung überhaupt umbauen zu können, sagt er. Deswegen befinde man sich in einem außergewöhnlich frühen Vorstadium der Planung.
Erst in den kommenden Jahren erfolgen eine Detailplanung und die Kostenermittlung für das Projekt. Klar sei aber schon, dass die Kreuzung einem Kreisel weichen müssen. Wenn der gebaut wird, müsse natürlich mit Behinderungen und Sperrungen gerechnet werden. Deshalb wird dann eine Verbindung zwischen der B 50 und der Hunsrückhöhenstraße geschaffen (siehe Grafik).
Die B 50 neu, inklusive Hochmoselübergang, soll bis Ende 2016 fertiggestellt sein. Für den ersten Abschnitt von der A 1/A 60 bis zum Kreisel Platten wurden dabei 77 Millionen Euro investiert. Die Gesamtkosten der insgesamt 25 Kilometer langen Strecke liegen voraussichtlich bei 375 Millionen Euro.