Römertheater unter freiem Himmel

Die Theatergruppe "mosella romana" hat die römische Komödie "Casina" im Innenhof des Klausenhofs in Piesport aufgeführt. An drei Abenden sahen 200 Zuschauer die Aufführungen, die im Rahmen der fünften römischen Festspiele der Mittelmosel stattfanden.

Piesport. Seit zehn Jahre besteht die Theatergruppe "mosella romana" mittlerweile und hat in dieser Zeit mehrere römische Komödien aufgeführt. Das diesjährige Stück "Casina" stammt aus der Feder des römischen Komödiendichters Plautus, der vor 2200 Jahren lebte. Es handelt von einem älteren Gutsherrn, der mit einer List die Liebe der jungen Pflegetochter seiner Frau gewinnen will. Doch seine Ehefrau erkennt das und ersinnt einen Gegenplan, mit dem sie sich an ihm rächt.

Ein Stück mit vielen überraschenden Wendungen



Das Stück nimmt viele unverhoffte Wendungen, der Wortwitz ist teils volkstümlich-derb, teils vieldeutig-versteckt. Der Aufführung kommt außerdem zugute, dass sie unter freiem Himmel im Innenhof des alten Klausenhofs stattfindet, dessen alte Mauern einen Hauch von Geschichte verströmen.

Aloys Leyendecker, der Kopf von "mosella romana", hat das Stück so umgeschrieben, dass es auch heute verständlich ist. Zudem hat er das Geschehen an die Mittelmosel verlegt. "Mir ist wichtig, dass die Zuschauer heute etwas von der römischen Zeit miterleben, spüren, wie zu dieser Zeit gedacht wurde", schildert Leyendecker sein Anliegen. Das ist ihm und den anderen Laiendarstellern gelungen. Mit viel Spielfreude agierten die dreizehn Schauspieler, die mal auf hochdeutsch, mal in moselländischem Platt sprachen. Besonders viele Lacher hatte der prominenteste Akteur auf der Bühne, Helmut Leiendecker. Der Kopf der Leiendecker Blaos agierte als Treverer Barde und bezog auch das Publikum in sein Schauspiel mit ein.