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Rote Backsteine statt grüner Zweige

Kirche : Rote Backsteine statt grüner Zweige

Der Monzelfelder Pastor geht bei der Überbringung der Botschaft des Weihnachtsfestes neue Wege.

Weihnachten mit grünem Christbaum? Dieses Jahr nicht in den Kirchen der Pfarreiengemeinschaft Monzelfeld, zu der außerdem noch die Pfarrkirchen in Longkamp, Gonzerath, Merscheid, Rapperath und Haag gehören. Denn dort erhebt sich zur Weihnachtszeit jeweils ein Bauwerk, das zwar von den Umrissen einem Tannenbaum ähnelt, aber von freiwilligen Helfern der jeweiligen Kirchengemeinden aus etwa 150 Backsteinen errichtet worden ist. „Der Künstler Markus Hohlstein aus dem Saarland hat das vor einigen Jahren als Friedensbaum entwickelt“, sagt Pastor Markus Weilhammer. Sind es in der untersten Ebene noch 16 Steine, so verjüngt sich der Baum nach oben, bis auf der obersten Ebene mit vier halben Backsteinen auf einer Höhe von etwa 2,10 Meter ein Stern prangt. Im Inneren des Baumes sind LED-Leuchten angebracht, die zwischen den Backsteinen hervorleuchten. Die Konzeption sei nicht einfach gewesen, sagt er. Bei den ersten Versuchen sei es schon mal zum Einsturz der Konstruktion gekommen, bis die „fleißigen Unterstützer“ den Dreh heraus hatten, wie ein Stein den anderen trägt und hält. Bis Heiligabend werden die Backsteinbäume noch eingebettet mit Strohsternen, Tannengrün und Lichterketten. „Lassen wir uns überraschen und wagen wir etwas Neues, so wie Gott an Weihnachten“, stimmt der kreative Pastor seine Gläubigen auf den ungewohnten Christbaum ein. Weilhammer kritisiert, dass der Advent immer mehr zum Fest des Tannenbaums mutiert. „Es gibt einen Trend zum Zweit- und Drittbaum“, beobachtet er. Die Gesellschaft sei fixiert auf den Baum. Weilhammer ist es wichtig, dass die Menschen abseits von Kaufrausch und Eventisierung Zugänge zur Botschaft des Festes finden. „Es ist auch der Auftrag der Kirche, die Botschaft von Weihnachten, dass Gott Mensch wird, den Menschen nachdrücklich immer wieder nahe zu bringen. Dafür braucht es neue Wege“, sagt Weilhammer. „Die versuche ich zu gehen.“ In den zehn Jahren, die er in der Pfarreiengemeinschaft Monzelfeld zu Hause ist, hat er immer wieder neue Dinge probiert. Beispielsweise habe es während dieser Zeit in seinen Kirchen nie einen Adventskranz gegeben. Die vier Adventskerzen seien stattdessen jedes Mal anders aufgebaut, beispielsweise auf einer Leiter.

Wie kommen seine Innovationen bei den Gläubigen im eher konservativ geprägten Hunsrück an? „Die älteren Menschen lassen sich eher darauf ein“, sagt er. Viele Mittelalten hätten im Gegensatz dazu feste Vorstellungen und fremdelten damit, hat er beobachtet. Doch seine Schäfchen wüssten inzwischen, dass ihr Pastor immer wieder etwas Neues ausprobiert. Für seine Gläubigen in Monzelfeld wartet bei der Christmette noch eine besondere Überraschung. Worum es sich dabei handelt, verrät der Pastor nicht. „Das verrate ich erst an Heiligabend.“

An Silvester lädt Pastor Markus Weilhammer seine Gläubigen in Monzelfeld um 23.15 Uhr zur Mitternachtsmesse ein.