Rote Bank zum Rasten

"Ausruhen und den Hunsrück genießen" lautet der Appell von Bernadette Hack auf dem kleinen Schild, das eine rote Ruhebank ziert. Die Traben-Trarbacherin stiftet sie für ihren Heimatort Sosberg im Hunsrück, damit Wanderer an der längsten Hängeseilbrücke Deutschlands verschnaufen können.

Traben-Trarbach. Eigentlich sollte die zwei Meter lange Bank, die Ehemann Werner aus mehreren noch vorhandenen Teilen zusammengesetzt und aufgemöbelt hat, ihren Platz vor dem Gartenhäuschen der Hacks bekommen. Die gebürtige Hunsrückerin ist seit 1972 in Traben-Trarbach ansässig, wo sie als Stadtführerin tätig ist. Sie sagt: "Ich habe die Mosel lieben und schätzen gelernt und bin hier daheim. Aber Sosberg ist meine Heimat, und die bewahre ich im Herzen."
Als die 360 Meter lange Hängeseilbrücke zwischen Mörsdorf, Rhein-Hunsrück-Kreis, und Sosberg, Kreis Cochem-Zell, am 3. Oktober eingeweiht wurde, war sie selbstverständlich mit von der Partie. Ganz spontan fiel dort die Entscheidung: "Die Bank kommt nach Sosberg." Bernadette Hack waren einige Gäste aufgefallen, die sich wegen Höhenangst oder einer Behinderung nicht auf die Geierlay-Brücke wagten. Sie warteten auf die Rückkehr ihrer Angehörigen und hatten keine Sitzgelegenheit. Hacks Bruder Willi Lehnert ist Ortsbürgermeister in Sosberg. Und er gab mit dem Gemeinderat grünes Licht für die leuchtend rote Bank, die am heutigen Mittwoch aufgestellt werden soll.
"Ich möchte damit auch meine Heimatverbundenheit zum Ausdruck bringen", sagt Hack, die sich ungemein freut und stolz ist, dass viele Neugierige in den Hunsrück kommen werden und damit auch das 190-Seelen-Dorf Sosberg deutschlandweit bekannt wird.
Ihr besonderer Dank gebührt den drei Mörsdorfern Hans-Peter Platten, Ingo Börsch und Ortsbürgermeister Marcus Kirchhoff, deren kühner Plan von der Brücke zunächst belächelt worden war. "Ihrer Hartnäckigkeit haben wir zu verdanken, dass sie heute steht", ist sie überzeugt. Mit der Bank will Bernadette Hack aber auch Werbung für die Mosel machen, deswegen ist der Ortsname Traben-Trarbach ebenfalls auf dem Schild eingraviert. GKB