Rote Mützen im Wasser, rote Nasen am Ufer

Rote Mützen im Wasser, rote Nasen am Ufer

Alle Jahre wieder das gleiche einmalig-leuchtende Schauspiel: Wenn die Fackelschwimmer in ihren Neopren-Anzügen in die Moselfluten steigen, dann herrscht an Land Betrieb wie beim Weinfest.

Seit 33 Jahren, seit Bestehen des mittelalterlichen Weihnachtsmarktes, hat das traditionelle Fackelschwimmen der "Sporttaucher Oktopus" nichts von seiner enormen Anziehungskraft verloren.

"Das ist ja Wahnsinn", sagt ein Besucher beim Anblick der Menschenmassen, die sich auf der Brücke und am Bernkasteler Moselufer versammeln. Dichtgedrängt stehen große und kleine Zuschauer, die Blicke erwartungsvoll moselaufwärts gerichtet. "Sie kommen, sie kommen", geht plötzlich ein Raunen durch die Reihen. In der Ferne sind lustig tanzende Lichter über dem dunklen Wasser zu sehen. Jauchzend und fackelschwenkend nähern sich immer mehr Schwimmer mit roten Mützen, die mit roten Nasen am Ufer konkurrieren. Bei frostigen Temperaturen und sternenklarem Himmel erwarten Tausende Schaulustige die Fackelschwimmer, die sich mit St. Nikolaus in einem Boot des Bernkasteler Rudervereins dem Ufer nähern. Kalte Füße hatten die Zuschauer, im Wasser herrschten dagegen mit vier bis sechs Grad plus etwas wärmere Temperaturen.

Bei normaler Wasserströmung machte den Teilnehmern im Alter von 11 bis 65 Jahren ihre feucht-fröhliche Tour vom Hafen bis nach Bernkastel Riesenspaß. Der Ausstieg - bis die Schwimmer wieder festen Boden unter den Füßen fühlten - war da schon schwieriger. Lautstarker Beifall der Menschenmenge begrüßte die mutigen Schwimmer. "Es war zwar schweinekalt, aber super", bestätigt eine "Froschfrau" nach erfolgreichem Ausstieg.

Seit Beginn des Weihnachtsmarktes veranstalten die "Sporttaucher Oktopus" das Fackelschwimmen. Es ist über die Landesgrenzen hinaus beliebt, sowohl bei Teilnehmern als auch bei den Besuchern. "Und die Anfragen zur Teilnahme steigen jährlich", freut sich Petra Keukert, die sich seit vielen Jahren um die Organisation kümmert. Ein dickes Dankeschön der Veranstalter geht an die helfenden Hände an Land sowie die Wasserschutzpolizei und die Freiwilligen Feuerwehren Mülheim und Braunberg, die jedes Jahr für die Sicherheit sorgen.

Während sich die geduldig warteten Kinder von St. Nikolaus beschenken ließen, stürzten sich die Teilnehmer in voller Tauchanzug-Montur ins Weihnachtsmarkt-Vergnügen.

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