Rüstige Rentner auf Erkundungstour
Wallscheid · Museen, Wirtschaftsbetriebe, Spielenachmittage, Vereinsfeste, das alles besuchen die älteren Mitbürger aus Wallscheid gemeinsam. Der Senioren-Treff findet einmal im Monat statt, 35 Menschen im Alter zwischen 67 und 84 sind im Schnitt dabei. Die Organisation der Termine übernehmen die Senioren abwechselnd selbst.
Wallscheid. Sich auf die Couch legen und vom Fernseher berieseln lassen - das ist nicht die Sache der Wallscheider Senioren. Seit fast acht Jahren treffen sie sich einmal im Monat und unternehmen etwas gemeinsam. Dabei sind die Aktivitäten sehr vielfältig: Museen, beispielsweise das Köhler-Museum in Eisenschmidt, Betriebe, unter anderem die Glockengießerei in Brockscheid oder der Wildpark in Daun wurden schon besucht, Spielenachmittage und Gänsebratenessen werden organisiert. Zur Tradition ist das jährliche Heringsessen geworden, und zum ersten Mal gab es dieses Jahr auch einen Seniorenkarneval. "Die Senioren haben selbst Vorträge geschrieben und gehalten, es wurde gesungen, und wir hatten viel Spaß", erinnert sich eine ältere Dame.
Als der Treff 2003 gegründet wurde, sollte es eigentlich eine reine Männerrunde werden. Rudi Klaus, Mitorganisator, berichtet: "Aber da spielten unsere Frauen nicht mit. Sie haben sich kräftig beschwert, und wir haben uns entschieden, dass sie mit dabei sein sollen." Mit der Resonanz aus der Dorfgemeinschaft sind die Senioren zufrieden: "Es gibt zwar noch welche, die auch mitmachen könnten, aber mit 35 Personen durchschnittlich ist das in Ordnung", so Klaus. Und den Senioren gefällt das abwechslungsreiche Programm. Tilly Hausener meint: "Der Senioren-Treff ist ideal, immer wird etwas anderes unternommen, ich glaube, die halbe Eifel haben wir schon durch." Besonders ist an den regelmäßigen Zusammenkünften, dass die Senioren alles selbst organisieren. Jeden Monat übernimmt ein anderer diesen Part, sucht ein Ziel aus, informiert sich über Eintrittspreise und Öffnungszeiten. Dann wird ein Termin gesucht, veröffentlicht, und in Fahrgemeinschaften geht es los. "Jeder zahlt selbst, wir führen keine Kasse, und das hat sich bisher gut bewährt", berichtet Klaus.
Diesen Monat trafen sich die Senioren im Fürstenhof in Wittlich, wo sie sich die Tagespflegeeinrichtung des Deutschen Roten Kreuzes angeschaut haben und über die Einrichtung informiert wurden. "Wir waren einfach neugierig, wie die Menschen hier versorgt werden und wie es hier aussieht", sagt Anton Letsch, Teilnehmer des Senioren-Treffs. Bei Kaffee und Kuchen können sich die Senioren am Ende jeder Veranstaltung über das Erlebte austauschen.