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Rüstige Rentner sind seit 30 Jahren auf Tour

Rüstige Rentner sind seit 30 Jahren auf Tour

Schon in der zweiten Generation fahren die Klausener mit der Seniorenfahrt zu Zielen in der Region. Immer dabei der ehemalige Ortsbürgermeister Hans-Josef Schmitt, der das Ganze organisiert. Geändert haben sich die Gesprächsthemen. Geblieben ist Freude am Zusammensein.

Klausen. Gleich die erste Seniorenfahrt ist ein voller Erfolg gewesen, denn die Senioren wollten gar nicht wieder zurück zu ihrer Wallfahrtskirche nach Klausen. Dabei waren die älteren Herrschaften mit ihrem damals noch jungen 37-jährigen Ortsbürgermeister nur zur 46 Kilometer entfernten Bescheider Mühle gefahren.
Heimreise verzögert


Hans-Josef Schmitt erinnert sich: "Und dann wollte ich eigentlich um 18 Uhr die Heimreise antreten, aber da haben die Senioren ihr Veto eingelegt und gesagt, dass wir noch nicht heimkommen können, weil die anderen im Dorf sonst meinen, die Fahrt wäre nicht schön gewesen, wenn man schon so früh wieder zurück ist. Also haben wir auf dem Rückweg noch in einem Gasthaus haltgemacht und sind gegen 21.30 Uhr in Klausen angekommen."
Insgesamt haben in den vergangenen 30 Jahren 80 Fahrten stattgefunden, die in die Eifel, den Hunsrück, die Pfalz, Luxemburg oder das Saarland führten. Angefangen hat Hans-Josef Schmitt damals, um den älteren Leuten im Ort mehr Lebensqualität zu bieten. Er sagt: "Die älteren Leute kamen damals wirklich nicht weg aus dem Ort, wenn sie kein Auto hatten, und davon gab es noch einige. Und als Ortsbürgermeister wollte ich auch mit den Leuten ins Gespräch kommen und etwas für die Gemeinschaft im Ort tun."
Gemeinschaft und Gespräche


Und das kam er dann auch, denn zu der Anfangszeit der Seniorenfahrt wurde die Ortsstraße saniert, Kanalarbeiten gemacht und die Flurbereinigung war im Gange, sodass manche Themen direkt und unkompliziert mit dem Ortsbürgermeister besprochen werden konnten.
Heute ist Hans-Josef Schmitt selbst in Pension und die Gemeinschaft und die Gespräche sind das Wichtigste für ihn und seine 30 Mitfahrer. "Die Leute treffen sich immer bei den Fahrten und man hat den Eindruck, dass sie sich schon vorher überlegen, was sie dem anderen erzählen wollen", das ist faszinierend, so Schmitt. Chb