Ruine wird mit äußerster Vorsicht von Bäumen befreit

Ruine wird mit äußerster Vorsicht von Bäumen befreit

Um die Sicht auf die Reste der ehemaligen Festung Mont Royal zu verbessern, lässt das Forstamt Traben-Trarbach auf dem 20 Hektar großen Areal den Baumbestand lichten. Im Einsatz sind Spezialmaschinen, damit die Überreste der Festung nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

Mont Royal. (zad) Seit rund 15 Jahren ist der Waldbestand auf dem Mont Royal nicht mehr gründlich durchforstet worden. Damit der Bestand der 50 Jahre alten Douglasien - eine Kiefernart - stabilisiert und die Sicht auf die Ruinen des ehemaligen Festungsgeländes Mont Royal (siehe Extra) verbessert wird, muss ein Teil der Bäume der Motorsäge weichen.

Schweres Forstgerät kann wegen der 300 Jahre alten Festungsreste auf dem rund 20 Hektar großen Areal nicht eingesetzt werden. Die Gewölbe, Mauern und Gänge könnten von den Maschinen beschädigt oder zerstört werden. Die Hälfte der Fläche muss schonend für die Festungsruinen bearbeitet werden. "Der Stadt Traben-Trarbach liegt die Festungsanlage sehr am Herzen", sagt Forstamtsleiter Franz-Josef Sprute. Aus diesem Grund ist der Forstunternehmer Marco Susenberger beauftragt, mit den Spezialmaschinen seiner Firma die gefällten Bäume auf sanftem Wege abzutransportieren. Mit Hilfe eines mobilen Seilkrans werden die gefällten Bäume aus den sensiblen Bereichen des Ruinenareals geschleift. Vor allem für den Einsatz in extremen Steillagen im Gebirge ist der Spezial-Seilkran ausgerichtet. Auf einer Strecke von bis zu 100 Metern können Bäume aus dem Gelände befördert werden. Anschließend verarbeiten die Forstarbeiter die freigelegten Bäume. Dabei ist ein Harvester (forstwirtschaftliche Erntemaschine) im Einsatz, der die Douglasien entastet, schält und für den Abtransport fertig zerlegt. "Wir versuchen, mit einem möglichst pfleglichen Verfahren die alten Anlagen der Festung zu schonen und setzen deshalb diesen Seilkran ein", erklärt Sprute.

Ungefähr 1000 Kubikmeter Holz fallen bei der Durchforstung an. Der Erlös aus dem Verkauf des Holzes soll die Kosten für den Einsatz der Spezialmaschinen finanzieren. Noch bis Ende Februar dauern die Arbeiten auf dem Mont Royal an.

Für Touristen und Spaziergänger ist das Gebiet des Festungsgeländes Sperrgebiet, denn bei den Fällarbeiten besteht akute Lebensgefahr. Extra: Die ehemalige Festungsanlage Mont Royal liegt nördlich der Stadt Traben-Trarbach auf dem Bergrücken der Moselschleife. Sie wurde 1687 bis 1698 zur Zeit Ludwigs XIV. vom Festungsbaumeister Vauban erbaut, um die französischen Interessen am Rhein zu schützen. Der militärische Nutzen der über 50 Hektar großen Anlage war allerdings nur gering und belastete den Etat der Franzosen stark. Vor dem Rückzug der französischen Streitkräfte ließen die Befehlshaber die Festung für den Feind unbrauchbar machen und größtenteils zerstören. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Ruine für den Tourismus neu erschlossen. Die Festungsanlage Mont Royal ist heute eine der Hauptattraktionen der Stadt Traben-Trarbach. (zad)