Rund 750 Teilnehmer waren bei der 18. Auflage des Erbeskopf Marathon im Hunsrück mit von der Partie.

Radsport : Die „halbe Mark“ war auf den Beinen

Rund 750 Teilnehmer waren bei der 18. Auflage des Erbeskopf Marathon im Hunsrück mit von der Partie. Das stellt auch Organisatoren und Helfer vor Herausforderungen.

Frankreich, Belgien, Holland, Luxemburg. Und Deutschland, von Süd nach Nord, von Ost nach West, sowieso. Das Kennzeichen-Angebot in der Marktgemeinde war am Sonntagmorgen vielfältig und international. Und der Ort war ein einziger, riesiger Blechhaufen. Straßenränder, Einfahrten, Gehwege. Legal und illegal. Zugeparkt. Alles. Ein Königreich für einen Parkplatz!

Kein Wunder: Der Erbeskopf-Marathon platzt mittlerweile aus allen Nähten.  Die Dimensionen sind gewaltig. Was Teilnehmer, Helfer, Aufwand und Streckenangebot angeht. „Um halb fünf“, beantwortet Thorsten Rohde von der Mountainbike-Abteilung der Sportfreunde Hochwald die Frage: „Wann warst Du denn da heute Morgen?“. Und wie lange noch? „Ich hoffe, dass wir heute Abend so gegen 23 Uhr mit allem durch sind.“

Viele  Helfer der 18. Auflage des Erbeskopf Mountainbike Marathon waren schon im Einsatz, da hatten die Hähne zwischen Bäsch, Burtscheid und Lückenburg noch das erste Krähen vor sich. Wie viele helfende Hände es  waren? „So genau wissen wir das auch nicht“, meint Rode. Rund 250 werden es wohl sein. Mit den ganzen Feuerwehren ringsum. Und den Leuten vom DRK.“

Die Rotkreuzler haben in der Ortsmitte ihre Einsatzzentrale aufgeschlagen, sind aber überall an den verschiedenen Strecken verteilt. Einsatzleiter Robin Kretzer listet auf: „Wir sind mit 16 Personen vom DRK im Einsatz, dazu zwei Ärzte. Vier  Rettungswagen und auch prophylaktisch der ansonsten in Morbach stationierte Notarztwagen sind vor Ort. Wir sind über Funk miteinander verbunden. Wenn irgendwo jemand gebraucht wird, dann fährt derjenige hin, der am schnellsten dort ist.“ Die DRK-Ortsvereine aus Morbach, Thalfang, Neumagen und Manderscheid helfen den Sportfreunden Hochwald.

Die Leute von der medizinischen Abteilung sind froh, dass es in diesem Jahr nicht so heiß ist. „In den vergangenen beiden Jahren war es extrem. Über 30 Grad. Da gab es schon viele Kreislauf-Kollapse.“ Ansonsten seien in erster Linie Schürfwunden, Prellungen, Stauchungen, aber auch der eine oder andere Knochenbruch „branchenüblich“. Die meisten Teilnehmer, weiß Kretzer aber auch, „wissen, auf was sie sich da einlassen. Die machen sowas ja nicht zum ersten Mal.“ Eine solche Veranstaltung mit geschätzten 700 bis 750 Teilnehmern ist organisatorisch eine Meisterleistung. „Gestern Abend kamen noch eine Menge Nachnennungen. Vor allem bei den Ultras“, berichtet das Organisationsteam.

Ultras: Das sind die ganz harten. Die, die schon morgens um sechs Uhr auf die 175 Kilometer lange Strecke gegangen sind. Dort warten an den Verpflegungsständen helfende Hände mit Wasser, Iso-Getränken, Bananen, Müsli-Riegeln. Was der Körper halt braucht und was er verbrannt hat. Überall ist für Nachschub gesorgt. Der am weitesten entfernt stehende Verpflegungsstand ist  unten im Singenden Tal aufgebaut.

Foto: Jürgen C. Braun. Foto: Jürgen C. Braun

Und auch auf die Feuerwehren können sich die Veranstalter verlassen. Die „halbe Mark“ ist auf den Beinen: Thalfang, Bäsch, Hilscheid, Dhronecken, Neunkirchen, Schönberg, Immert, Deuselbach, Rorodt, Heidenburg. „Ohne sie wäre das alles nicht zu bewältigen“, weiß Rode. Denn in Zusammenarbeit mit der Polizei muss ja auch immer wieder für kurze Zeit gesperrt werden, wenn ein paar Mountainbiker eine Bundes- oder Landstraße überqueren. Um sechs Uhr sind die ersten Teilnehmer am Sonntag gestartet, am späten Nachmittag kamen die letzten an. Für die  Sportler war dann Schluss. Für die Leute von den Sportfreunden Hochwald aber ging die Arbeit munter weiter. Bis in den späten Abend hinein.

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