1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Runder Tisch: Hunsrückbahn findet Unterstützer - Bürgermeister und Landräte wollen Vereinen bei Finanzierung helfen

Runder Tisch: Hunsrückbahn findet Unterstützer - Bürgermeister und Landräte wollen Vereinen bei Finanzierung helfen

Vereine und Kommunen setzen sich für eine Reaktivierung der Hunsrückbahn ein. Landrat Gregor Eibes hatte alle Beteiligten zu einem Runden-Tisch-Gespräch eingeladen. Das Thema soll nun auch in die Mobilitätsstudie zum neuen Nationalpark einfließen.

Thalfang/Morbach/Wittlich. Noch ist es für viele Menschen in der Region ein Traum: Statt am Wochenende mit dem Auto in den neuen Nationalpark Hunsrück-Hochwald zu fahren, steigt man in einen Zug. Damit geht es umweltfreundlich durch die Landschaft, man kann während der Fahrt einen Kaffee genießen und steigt am Zielort aus, um eine Wanderung zu machen. Womöglich hat man sogar das Fahrrad dabei. Kinder nutzen das Zugangebot unter der Woche, um zur Schule zu kommen. Gewerbe- und Industriebetriebe transportieren ihre Produkte mit Güterwaggons ins Rhein-Main-Gebiet. Die Straßen sind entlastet, die Umwelt wird geschont.

Noch steht ein solches Angebot jedoch nicht bereit. Im Gegenteil - denn die Zugstrecken durch Hunsrück und Hochwald sind seit Jahren stillgelegt. Dennoch gibt es mehrere Initiativen, die sich für die Reaktivierung der Strecke einsetzen. Dazu zählen die Vereine Historische Eisenbahn Hunsrück und Pro Hochwald- und Hunsrückbahn, deren Forderung durch die Eröffnung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald noch mehr Gewicht erhalten hat. Denn ein Naturschutzgebiet mit einem Transportmittel zu erschließen, das die Umwelt weniger belastet als Individualverkehr, mache Sinn, hieß es von vielen Seiten.

Landrat Gregor Eibes hatte deshalb am Montag Vertreter der Vereine und der beteiligten Landkreise und Kommunen zu einem ersten Runden Tisch in die Wittlicher Kreisverwaltung eingeladen. Eibes betonte im Vorfeld gegenüber dem TV, dass man nur mit einem konkreten Programm Fördergeld einwerben könne - zudem sei es wichtig, das Schienennetz zu erhalten, gegebenenfalls zu kaufen, um einer Zerstückelung oder der Umwandlung in Radwege vorzubeugen.

Wie Manuel Follmann, Pressesprecher der Kreisverwaltung, dem TV gegenüber mitteilt, kamen Bürgermeister und Landräte, die durch die Eisenbahnstrecke Morbach - Hermeskeil berührt werden, und auch Vertreter der Vereine Historische Eisenbahn Hunsrück und Pro Hochwald- & Hunsrückbahn zu dem Treffen. Follmann: "Landräte und Bürgermeister begrüßen die Überlegungen grundsätzlich und haben eine Unterstützung bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten zugesagt." Darüber hinaus sollen diese Planungen in die Mobilitätsstudie für den Nationalpark eingebracht werden.

Diese Studie wird am Montag, 26. Oktober, um 19 Uhr am Umwelt-Campus in Birkenfeld vorgestellt. Nils Göttert vom Verein Historische Eisenbahn Hunsrück war Teilnehmer des Runden Tisches. Er sagt: "Das war ein Schritt in die richtige Richtung."

Inwieweit es konkrete Pläne gebe, das Schienennetz zu kaufen - und vor allem mit welchem Geld - stehe noch zur Diskussion: "Ich will da keine Spekulationen entfachen. Ich halte eine Einbindung des Schienenverkehrs in die Entwicklung des Nationalparks für sehr wichtig - das passt auch in den Entwicklungshorizont des Nationalparks, der 30 Jahre beträgt." Ob das Schienennetz gekauft oder gepachtet werde, sei noch nicht entschieden. Das müsse erst mit den Vorgaben von finanziellen Förderprogrammen abgestimmt werden. Göttert: "Da halten wir uns noch alle Optionen offen".Extra: Nachricht für Kinder

Mit der Eisenbahn zu fahren ist ganz toll. Das schont die Umwelt, denn viele Menschen werden von einer Lokomotive befördert. Wenn alle mit dem Auto fahren würden, würden mehr Abgase entstehen. Aber einen Zug fahren zu lassen, ist auch sehr teuer. Denn man muss eine Lok und die Waggons erst mal kaufen oder mieten. Deshalb suchen die Leute jetzt nach Lösungen. hpl