Runderneuerung für Edgar Reitz’ Geburtshaus

Runderneuerung für Edgar Reitz’ Geburtshaus

Das Haus am Unteren Markt in Morbach ist als Geburtshaus des Hunsrücker Filmemachers Edgar Reitz ("Heimat") bekannt geworden. Seit 1936 ist ein Café in dem Gebäude. Die Inhaber wollen es nun, im 80. Jahr seines Bestehens, ausbauen und haben große Pläne.

Morbach. Das Schild mit der Aufschrift "Geschlossen" am Café Hochwald sorgt in diesen Tagen für Aufregung in Morbach. Immerhin gibt es das Lokal schon seit 1936 - das Haus ist seit drei Generationen in Familienbesitz. Es ist das Geburtshaus des Hunsrücker Filmemachers Edgar Reitz, der 1932 auf die Welt kam.
Seit 80 Jahren treffen sich die Morbacher in dem Café. So ganz geschlossen, wie man auf den ersten Eindruck vermuten würde, ist es aber doch nicht. Der Pächter hatte den Vertrag mit den Eigentümern nach sieben Jahren gekündigt. Der im selben Gebäude befindliche Hotelbetrieb läuft weiter, wie Uwe Pölcher, dem das Gebäude ebenso wie das daneben befindliche Bistro 4-Witz gehört, dem TV bestätigt: "Wir werden das Café Hochwald jetzt wieder selbst bewirtschaften. Auch Familienfeiern sind nach wie vor nach Terminabsprache möglich."
In den nächsten Monaten soll das Café aber renoviert werden. "Das wird kein Schicki-Micki-Café, wir erhalten den gemütlichen und nostalgischen Charakter," sagt Dorothea Ertz-Pölcher. Geplant sei dann ein Cafébetrieb mit Frühstücksangebot. "Eine Konkurrenz für unser Café 4-Witz ist das nicht, sondern eine Ergänzung. 4-Witz hat ja 15 Stunden am Tag geöffnet," sagt Uwe Pölcher. Auch das Personal vom Café Hochwald werde übernommen, versichert er. Nach der Renovierung soll das Café im nächsten Jahr wieder durchgehend geöffnet werden.
Pölcher hat aber noch weiterführende Pläne. "Im zweiten Schritt wollen wir die 16 Zimmer im Hotel barrierefrei machen. Dazu werden wir die Badezimmer erneuern und ebenerdige Duschen einbauen", verrät der Gastronom. Dafür will er bis zu 750 000 Euro investieren. Bis 2019 soll der gesamte Komplex in mehreren Schritten weiter entwickelt werden. Denn seit Jahren steht die 200 Quadratmeter große Backstube des Hauses leer. "Dort wollen wir sechs weitere Gästezimmer einrichten, die dann komplett barrierefrei im Erdgeschoss sind," sagt Pölcher. Dafür sollen weitere 500 000 Euro investiert werden. "Das Geld soll auch in Morbach bleiben, denn wir setzen fast nur Handwerker aus der Umgebung für die Umbaumaßnahmen ein. Schließlich ist es doch ein Geben und Nehmen hier im Hunsrück". Im Hotel übernachten etwa 70 Prozent Vertreter, Monteure und Geschäftsreisende, zirka 30 Prozent sind Touristen, so Pölcher.
Für Verena Kartz, stellvertretende Leiterin der Tourist-Info in Morbach, ist das eine überraschende und positive Nachricht: "Wir freuen uns, dass ein Morbacher Hotelier die Chance und das Potenzial des Hunsrücks erkennt und barrierefreie Zimmer anbieten will. Das wertet unseren Standort auf." Denn mittlerweile, auch wegen der Nähe zum Nationalpark Hunsrück-Hochwald, gebe es häufiger Anfragen nach Unterkünften, auch nach barrierefreien.

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