Russen-Meteorit ziert Maarmuseum

Manderscheid/Tscheljabinsk · Die jüngste Neuerwerbung des Manderscheider Maarmuseums ist zwar klein, aber sie kann eine dramatische Geschichte erzählen. Aus dem fernen Russland ist ein Bruchstück des sogenannten Tscheljabinsk-Meteoroiden angekommen.

 Das Bruchstück ist 1,6 Zentimeter breit. TV-Foto: Hans-Peter Linz

Das Bruchstück ist 1,6 Zentimeter breit. TV-Foto: Hans-Peter Linz

Manderscheid/Tscheljabinsk. Es ist zwar nur ein kleines Stück Gestein, ist aber viel älter als alles, was es auf der Erde gibt. Das Maarmuseum Manderscheid ist um eine neue Attraktion reicher, denn dort ist nun ein Teil des sogeannnten Tscheljabinsk-Meteoroiden zu sehen. Das ist ein Gesteinsbrocken aus dem All, der vor wenigen Monaten in der Nähe der russischen Stadt Tscheljabinsk aufgeschlagen ist.
Martin Koziol, Leiter des Museums freut sich über die Neuerwerbung, die die Geschichte des Sonnensystems erzählen kann. Das Gesteinstück bestehe aus den Mineralen Olivin und Pyroxen, erläutert Koziol. Olivin ist nach seiner olivenartigen Farbe benannt und wird oftmals als Schmuckstück verarbeitet.
Presse berichtete weltweit


Pyroxene sind kristallartige Mineralien, die auf der Erde vor allem im oberen Erdmantel und in vulkanischen Gesteinen vorkommen.
Das 1,6 mal 1,2 Zentimeter große und 3,8 Gramm schwere Einzelstück enthalte neben den Mineralien auch 18,5 Prozent Eisen - Kostenpunkt: 102 Euro. Es ist wesentlich älter als die Erde selbst.
Der Meteoriteneinschlag war so spektakulär, dass die Presse weltweit darüber berichtet hat:
Es war der 15. Februar 2013, 1500 Kilometer östlich von Moskau. Ein eisiger Wind wehte durch die Straßen der Stadt Tscheljabinsk, die über eine Million Einwohner hat und im Ural liegt. Am frühen Morgen machten sich die Bürger auf den Weg zur Arbeit. Kinder wurden zur Schule gebracht, Geschäfte geöffnet. Die Sonne strahlte über den Himmel. Da gab es ein lautes Getöse, als würde ein Flugzeug abstürzen. Die Menschen sahen einen langen Feuerschweif über den Horizont schießen. Und da kam auch schon der Knall eines Aufpralls. Fensterscheiben zersplitterten, Sirenen gingen los. Ein Meteoritenschauer näherte sich der Erde. Nur um Haaresbreite verfehlten die Irrläufer aus den Tiefen des Alls die gerade erwachende Stadt. Tausende Menschen wären dann gestorben. Dennoch verletzten Bruchstücke und vor allem splitternde Glasstücke über 400 Bewohner. Seitdem untersuchen Wissenschaftler die Überreste des 10 000 Tonnen schweren Meteoroiden, der einen Durchmesser von 17 Metern hatte. Ein kleines Stück davon hat nun nach langer Reise durch den Weltraum bis Russland noch über 3000 Kilometer dazugelegt und ist nun in Manderscheid.
Sommeröffnungszeiten:
Dienstag-Samstag 10-12 Uhr und 14-17 Uhr; Sonntag und Feiertag 13-17 Uhr; Montag geschlossen. Museumsführungen und GeoExkursionen müssen rechtzeitig angemeldet werden. Eintritt: 2,50 Euro (Erwachsene), zwei Euro (Kinder), spezielle Gruppenpreise Info: Telefon 06572/920310.
E-Mail:
maarmuseum@t-online.de
www.maarmuseum.deExtra

Meteore sind Leucht- und Wettererscheinungen in der Erdatmosphäre und an der Erdoberfläche. Das Wort kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet soviel wie "in der Luft schwebend". Mit Meteoren werden heute vor allem die Sternschnuppen genannten Leuchterscheinungen bezeichnet. Sie werden von kleinen, in die Erdatmosphäre eindringenden Meteoroiden erzeugt, die beim Verglühen die Luftteilchen ionisieren. Die bis zur Erdoberfläche herabfallenden Körper nennt man Meteorite. red