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Russenmützen-Umfrage: Klar geht das!

Russenmützen-Umfrage: Klar geht das!

Mit einer russischen Fellmütze bekleidet hat Morbachs Bürgermeister Andreas Hackethal die jüngste Gemeinderatssitzung eröffnet. Ob das die Würde des Rates gefährdet? Das Ergebnis einer TV-Umfrage: Nein. Die Mehrheit der Leser fand die Idee witzig.

Morbach. Da fasste sich manch einer an die Stirn und fragte sich: "Warum macht der das? Und dann auch noch eine Fellmütze mit Hammer- und-Sichel-Emblem, dem Symbol der ehemaligen Sowjetunion. Und das auch noch als CDU-Mann!"
Andreas Hackethal, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Morbach, hat die jüngste Sitzung des Gemeinderats am Montag mit einer ungewöhnlichen Aktion eröffnet. Kurzerhand zog er sich vor dem versammelten Gremium eine Fellmütze an. Warum hat er das getan? Er musste eine Wette einlösen, die er mit dem Beigordneten Achim Zender abgeschlossen hatte.
Beim diesjährigen Vergleichsschießen der Ratsmitglieder hatte Johannes Kurz von den Freien Wählern mit der Mütze ein gutes Ergebnis erzielt. Das habe den Bürgermeister beeindruckt, wie Zender erläuterte (TV vom 17. November).
Und dabei habe Zender im Überschwang und aus Spaß dem Bürgermeister ein 30-Liter-Bierfass versprochen, wenn er mit dieser Sitzung die nächste Ratssitzung eröffne. Hackethal ließ sich nicht zweimal bitten: "Ich hatte in der Sekunde eingeschlagen. Wettschulden sind Ehrenschulden. Das ist ein Beleg dafür, dass Politik nicht immer so knochentrocken sein muss. Wir haben ein gutes Miteinander unter den Mandatsträgern." Selbstverständlich werde das Fass in der gesamten Runde des Rates getrunken. Der TV hatte zur Mützenfrage gestern eine Umfrage im Internet eingerichtet, um herauszufinden, ob die Leser das lustig finden oder aber eher nicht.
Das Ergebnis: Die Mehrheit (66 Prozent) findet das in Ordnung. Sie setzten in der Umfrage einen Klick beim Eintrag "Ja, klar geht das! Das ist eine witzige Aktion." 24 Prozent stimmten für den Eintrag "Nein, eine Ratssitzung ist eine ernste Angelegenheit. Solche Späße sind dort unangebracht." Und weitere zehn Prozent klickten bei "Ist doch egal. Jeder darf sich auf den Kopf setzen, was er will."
Insgesamt beteiligten sich bis Donnerstag, 17 Uhr, 144 Leser an der Umfrage. hpl