Kolumne Auslese : Ruwer darf wieder Ruwer heißen

Die Freude in dem kleinen Seitental der Mosel ist groß: Ab sofort dürfen die Winzer an der Ruwer auch wieder „Ruwer“ auf ihre Flaschen schreiben. Das ist jetzt möglich, weil die Stadt Trier die Weinlage Ruwer gelöscht hat. Damit wurde die Bezeichnung wieder für alle frei.

Früher lautete der Name ohnehin „Mosel – Saar – Ruwer“, aber das war die Bezeichnung des Anbaugebietes, die zwingend auf dem Etikett stehen muss. Diese Bezeichnung wurde vor vielen Jahren in Mosel geändert, damit der Begriff international besser vermarktet werden kann. Welcher Chinese oder Amerikaner könnte auch schon „Mosel-Saar-Ruwer“ ohne Deutschkenntnisse korrekt aussprechen? Mosel hingegen ist einfacher auszusprechen.

Trotzdem ist es vor allem im regionalen Markt wichtig, die Herkunft des Weines ein wenig genauer zu beschreiben. Das können die Ruwer-Winzer jetzt endlich wieder, in dem sie Ruwer aufs vordere Etikett schreiben dürfen. Das Anbaugebiet Mosel muss natürlich auch genannt werden, etwa auf dem hinteren Etikett.

An der Saar ist das schon lange möglich und der Saar-Riesling hat sich als Begriff bereits vielen Wein-Freunden eingeprägt. Das hat der Ruwer-Riesling natürlich auch verdient, denn Weine der Ruwer haben eine ganz besondere Note. Sie haben eine eigene Finesse, da das Klima im Ruwertal etwas kühler ist als im breiteren Moseltal.

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