Säubrennerkirmes: Platz an der Lieser in der Kritik

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Das Areal hat Standbetreiber bei Wittlichs größtem Volksfest enttäuscht. Sie sagen, es liege weitab vom Schuss.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Stadtverwaltung zur Säubrennerkirmes am Konzept für den Platz an der Lieser geschraubt. Das Areal am Flussufer, das für 2,5 Millionen Euro umgestaltet wurde, soll sich an den Kirmestagen zur Partymeile entwickeln. Man will ja schließlich auch zeigen, was man hat. In diesem Jahr wurde weiter am Konzept gearbeitet: Der Handwerkermarkt, der dort seit 25 Jahren etabliert war, musste gehen. Allein mit Getränke- und Imbissständen sowie der ansässigen Gastronomie sollte dort während der vier Kirmestage also der Bär abgehen. Doch wie Elmar Mayer, Standbetreiber der Whiskyburg auf dem Platz an der Lieser, sagt, sei dort mehr oder weniger tote Hose gewesen. Das neue Konzept für den Platz an der Lieser zur Säubrennerkirmes soll laut Standbetreibern nicht so recht Früchte tragen.

„Der Platz ist zwar wunderschön, aber er wird nicht richtig angenommen, weil er weitab vom Schuss liegt“, sagt Mayer, Miteigentümer des Spirituosengeschäfts Whiskyburg in der Burgstraße. So genau könne er sich dieses Debakel aber auch nicht erklären, sagt Mayer. Darüber hinaus wolle er der Stadtverwaltung dafür jedoch gar keine Vorwürfe machen: „Bei der Verwaltung hat man sich ja wirklich Mühe gegeben und den Platz gut beworben.“

Aber so ganz zufrieden ist Mayer mit dem Kirmeskonzept der Stadtverwaltung nun auch wieder nicht: „Ich verstehe nicht, warum man die beste Lage der Kirmes in der Schlossstraße den fliegenden Händlern überlässt, anstatt sie den heimischen Betrieben, die hier auch Steuern zahlen, zu überlassen. Die fliegenden Händler sind nur ein Mal im Jahr hier. Dann könnte man die doch hier unten hinstellen“, meint Mayer.

Doch ist der Platz an der Lieser wirklich ein Verliererplatz? Können Standbetreiber während der Kirmes dort keine guten Geschäfte machen?

Winzer Franz Melsheimer aus Maring-Noviand, der an den Kirmestagen dort seinen Wein ausschenken darf, ist nicht so unzufrieden wie die Whiskyfraktion: „Hier im Randbereich ist schon weniger los“, sagt Melsheimer, „aber ich bin nicht unzufrieden. In diesem Jahr hat uns aber zusätzlich das Wetter nicht in die Karten gespielt. Deswegen war weniger Betrieb. Melsheimer und Mayer kommen unanhängig voneinander zu folgender Schlussfolgerung: „Der Platz an der Lieser ist schön, aber es fehlt Musik.“

 Er könne sich dort im Kontrast zu den anderen Schauplätzen der Kirmes wie dem Marktplatz ein gediegenes Musikprogramm vorstellen, sagt Melsheimer. „Musik, die zu einem Glas Wein passt“,würde der Winzer dort gerne hören. Mayer vom Whiskystand meint: „Man sollte hier eine Bühne und Bands haben wie auf dem Marktplatz.“

Der TV hat die Stadtverwaltung zur Kritik an diesem Kirmesschauplatz um eine Stellungnahme gebeten: „So ein Platz muss sich erst mal bewähren. Wir brauchen da etwas Zeit, wobei unser Konzept da grundsätzlich gut ist,“ sagt Rainer Wener, Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung. „Dennoch wollen wir weiter an dem Konzept arbeiten. Aber der Platz ist super und keinesfalls eine B-Lage.“ Denn die Nachfrage nach Ständen dort sei ja gegeben.

Von der Idee, die Händlerstraße aufzulösen und diese an eine andere Stelle im Kirmesgeschehen zu verlegen, hält Wener nichts. „Die Händlerstraße ist eine wunderbare Verbindung zwischen der Neustraße und dem Rummel und die Nachfrage ist gegeben.“

Zudem sei die Aufenthaltsqualität auf dem Platz an der Lieser entgegen der Konzeption dahingehend schmaler ausgefallen, da die Standbetreiber aufgrund des Wetters keine Liegestühle dort hätten aufbauen können. „Aber das war eigentlich so vorgesehen.“

Wener sagt, die Stadt habe allerdings das gleiche Ziel wie die Standbetreiber und Kirmesbeschicker und das sei eine „erfolgreiche Kirmes“.

Man wolle in der Stadtverwaltung Hand in Hand mit den Standbetreibern arbeiten und deren Ideen mit in die Planung einfließen lassen. Wener: „Langfristig gesehen wird das ein schöner Kirmesplatz.“

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