Säulen für "Nicht-Säubrenner"

WITTLICH. Mit städtebaulichen Akzenten will der Stadtrat das "Gesamtimage der Stadt positiv beeinflussen". Dazu hatten Architekten Vorschläge gemacht. Derjenige von Dieter Rass, das "Nadelöhr zwischen Unterstadt und Oberstadt" am Schloßberg (Ecke Post und Sparkasse) optisch neu zu markieren, wird jetzt umgesetzt.

Was macht der orange-farbene Riesen-Kran vor der Sparkasse? Warum ragen plötzlich Betonsäulen bis zur Post aus dem Boden? Ist der Ausbau der Karrstraße doch noch nicht fertig? Viele Neugierige beobachten derzeit, was sich an der Schlossberg-Biegung tut, während Kranfahrer Christian Hannig von der Firma Zimmer seinen Auftrag erledigt. "Gestern haben wir die neun Säulen gesetzt", sagt er am Donnerstag. Rund 700 Kilo wiegt sie das Stück. Jetzt sind die Betonfertigteile für die Abgrenzung des zukünftigen Vorplatzes an der Sparkasse dran. Sie werden noch von der Firma Debald in Form gebracht, dann geht es am Ausleger des 36-Tonnen-Krans nach oben und von dort an Ort und Stelle. Sitzt. Daneben steht Architekt Dieter Rass, prüft seine Pläne. Mit denen hat sich der Stadtrat und der Bauausschuss mehrfach beschäftigt. Sie zeigen die stilisierten Torpfosten (die Säulen, auf die noch Leuchten kommen) die in einer Reihe bis zum Postvorplatz schon stehen. Die "Baustellen-Beobachter" sind zum Teil irritiert. Ein Mann sagt: "Da kann man nur den Kopf schütteln. Den Wittlichern geht es wohl zu gut." Nach Kraneinsatz und den Arbeiten der Firma Debald, die zu dritt vor Ort ist, übernimmt das Bauunternehmen Weinsberg den "Stadttor-Weiterbau". Neben der Säulen-Leuchten-Reihe, die den "Tor-Charakter" zu Innenstadt unterstreichen soll, wird vor der Sparkasse ein kleiner Platz gestaltet, der mit einem Geländer zum Schlossberg hin abschließt. Mitte/Ende November soll alles fertig sein. Im Februar dieses Jahres hat der Stadtrat die Gestaltung der Innenstadt-Eingänge abschließend diskutiert. "Stadttor Nummer Zwei" in der Himmeroder Straße

Dabei war auch grundsätzlich für ein "Stadttor Nummer Zwei" gestimmt worden. Hierfür hat sich Peter Assmann mit der Situation an der Himmeroder Straße/Feldstraße befasst. Dort hat der Architekt als Anklang an die frühere Stadtmauer zwei Stahlbögen jeweils von den gegenüberliegenden Straßenseiten aufsteigend vor gesehen. Zwei weiter symbolische Stadttore sind erst einmal verschoben worden. Für das jetzt im Bau befindliche "Stadttor Nummer Eins" hatte der Bau- und Verkehrsausschuss die Verwaltung endgültig am 8. Juni mit der Realisierung beauftragt. Das Thema "Zugänge zur Innenstadt" beschäftigt die Stadträte wegen des "Maßnahmenhandbuchs Wittlich". Darin war formulier worden: "Der eigentliche Innenstadtbereich ist aufgrund der Bebauung und des Fußgängercharakters nicht erlebbar." Deshalb hatte man sich zum Ziel gesetzt: "Die Zugänge zur Innenstadt sollen optisch aufgewertet werden. Hierzu eignen sich bauliche Maßnahmen, die eine Torsituation beispielsweise eine Abgrenzung der Zugänge vom sonstigen Bereich sicherstellen." Was das kostet? Im Haushaltsplan 2006 hat die Stadt mit insgesamt 365 000 Euro für die Gestaltung der Innenstadt kalkuliert. Dabei standen 70 000 für das Verkehrsleitsystem, das nun 130 000 Euro kosten wird. 200 000 Euro für den Durchbruch Neustraße, der nicht gekommen ist, 10 000 Euro Begrünung Neustraße, die noch keine Wurzeln schlagen konnte und 5000 für die Maare-Mosel-Radwegbeschilderung im Stadtgebiet. Dazu kamen 80 000 Euro Planungskosten einschließlich Baukosten für die Eingangsbereiche zur Innenstadt. Ein Teil des Projektes ist nun im Bau. Die Rechnungen sind wohl noch auszustellen.