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Samuel-Hirsch-Platz: Bald beginnen die Bauarbeiten in Thalfang

Samuel-Hirsch-Platz: Bald beginnen die Bauarbeiten in Thalfang

Die Europäische Union unterstützt ein Gedenkprojekt in Thalfang mit 7500 Euro. Einem Rabbiner, der im Hunsrückort geboren wurde und der später sehr bekannt wurde, soll damit ein Denkmal gesetzt werden: Samuel Hirsch.

Thalfang. "Wir haben den Bescheid von der Europäischen Union (EU), jetzt warten wir nur noch darauf, dass das Geld überwiesen wird", sagt Burkhard Graul, Ortsbürgermeiser von Thalfang. Denn mit dem Fördergeld von 7500 Euro wird eine Baumaßnahme über rund 9500 Euro aufgestockt, die die Gemeinde Thalfang Anfang des Jahres in Angriff nehmen will.
Dabei soll der Platz am Haus der Begegnung ein etwa 2,40 Meter hohes Denkmal und drei Sitzbänke erhalten. Mit diesem Denkmal soll an den jüdischen Rabbiner Samuel Hirsch erinnert werden, der in Thalfang geboren wurde. Bereits im vergangenen Jahr (der TV berichtete mehrfach) wurde der Platz nach ihm beanannt. Damit soll ein Raum des Nachdenkens geschaffen werden, erläutert der Heimatforscher und Initiator des Projekts, Elmar Ittenbach. Freiheit, Humanität, Toleranz und Religion waren für Hirsch wichtige Grundgedanken, an die auch heute noch erinnert werden sollte, so Ittenabach.
Samuel Hirsch wurde 1815 in Thalfang geboren. Er ging mit 13 Jahren in die Rabbinerschule in Metz und wurde schließlich in den USA einer der einflussreichsten und bedeutendsten Religionswissenschaftler. Hirsch galt damals als progressiv. Denn ihm war es besonders wichtig, die Religion an die Gegebenheiten der Realität anzupassen, ohne ihren Kern zu verlieren. Damit hat er eine Denkschule innerhalb des Judentums begründet, die sich bis heute erhalten hat. So hat er zum Beispiel den höchsten Feiertag der Juden, den Sabat, vom Samstag auf den Sonntag verlegt. Zwei Infotafeln, die über das Leben von Samuel Hirsch informieren, sollen an dem gleichnamigen Platz in Thalfang aufgestellt werden. Hinzu kommt ein Denkmal in Form eines Obelisken, auf dessen Spitze zwei aufeinanderliegende Pyramiden ruhen. Auf den vier Seiten des Obelisken stehen die vier Grundgedanken des Rabbiners, während die Pyramiden das Göttliche und die Liebe symbolisieren sollen. hpl