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Sanierung der Kita steht auf der Kippe

Sanierung der Kita steht auf der Kippe

Der Gemeinderat Büdlich hat sich nicht dazu durchringen können, dem Umbau und der Sanierung der Kindertagesstätte Berglicht zuzustimmen. Die Mitglieder fürchten die langfristige Belastung des Gemeindehaushalts. Damit ist unklar, wie es mit dem Kindergarten weitergeht.

Büdlich. Die meisten Kommunen leiden an einer klammen Kasse. Macht sich die schwierige Finanzlage im Hunsrück nun handfest bemerkbar, und zwar am Kindergarten Berglicht? Der Büdlicher Gemeinderat hat jedenfalls seine Entscheidung, sich an den Kosten für Umbau und Sanierung der Kita zu beteiligen, vertagt.
Bislang ist vorgesehen, dass sich Büdlich mit 78 000 Euro an dem 1,4 Millionen-Euro-Projekt beteiligt. Mit der Ratsentscheidung steht erst mal in den Sternen, ob und wann die Kita Berglicht umgebaut wird. Betroffen sind davon fünf Dörfer. Denn Träger der Kita ist ein Zweckverpband, der sich aus den Gemeinden Büdlich, Berglicht, Breit, Schönberg und Neunkirchen zusammensetzt. Davon müssen sich drei Gemeinden für Umbau aussprechen. Dann können die Arbeiten beginnen. Die Kosten werden abzüglich der Zuschüsse von Kreis und Land auf die fünf Gemeinden verteilt.
Berglicht und Schönberg haben sich bereits für den Umbau ausgesprochen. Der Breiter Gemeinderat hat wie Büdlich die Entscheidung vertagt. Die Neunkircher haben ebenfalls Bedenken. Sie fordern, den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln und das Umbaukonzept auf Mindeststandards zu reduzieren.
Büdlichs Ortsbürgermeisterin Gabriele Schleimer befürchtet, dass ihre 200-Einwohner-Gemeinde durch die neuerliche finanzielle Belastung an Handlungsfähigkeit verliert. Sie hofft allerdings auch, dass die Regionalplanung den Bau eines weiteren Windrads in Büdlich ermöglicht. "Mit den zusätzlichen Pachteinnahmen würde uns die Entscheidung leichter fallen", sagte sie. Die verschuldete Gemeinde muss im Fall einer Sanierung in den nächsten 30 Jahren jeweils 4500 Euro einplanen, um Kredit und Zinsen zu zahlen.
"Das tut weh, wenn man sieht, dass die Finanzierung so lange läuft und vielleicht in 20 Jahren bereits mit Reparaturen zu rechnen ist", sagte Ratsmitglied Albert Hoff. Zu Beginn der Diskussion hatte Hans-Dieter Dellwo, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Thalfang und Vorsitzender des Zweckverbands, eindringlich für die Zustimmung des Rats geworben.
Man habe in der Vergangenheit versäumt, zu investieren. Jetzt führe jedoch kein Weg an der Sanierung vorbei, sagte er. Ratsmitglied Andreas Paulus hatte sich die Kita angesehen. "Da ist überall Missstand", sagte er. Er habe bei der Summe, die Büdlich finanzieren muss, auch Bauchweh, aber: "Ich sehe keine Alternative und keine Lösung, mit der ein Umbau billiger wird."
Ratsmitglied Hubert Lorschetter regte an, mit den Gemeinden Breit und Neunkirchen zu sprechen, um einen Konsens herbeizuführen und diese nicht zu überfahren. Denn wenn die Büdlicher zustimmten, seien die anderen Gemeinden verpflichtet, ihren eingeplanten Anteil für Umbau und Sanierung zu zahlen.
Viel Zeit zum Reden bleibt nicht. Am Mittwoch befasst sich der Breiter Rat wieder mit der Kita. Doch selbst, wenn drei Umbau-Befürworter gefunden sind, könnte es schwierig werden. Für diesen Fall hat Neunkirchens Ortschef Richard Pestemer angekündigt, rechtliche Schritte gegen eine Zwangsbeteiligung der Gemeinde zu prüfen.