Sanierung der Mehrzweckhalle rückt in weite Ferne

Sanierung der Mehrzweckhalle rückt in weite Ferne

Die Mehrzweckhalle an der Longkamper Grundschule wird auch 2011 nicht saniert und erweitert werden. Trotz der erwarteten Kostensenkung, rutscht das Vorhaben immer wieder ans Ende der Prioritätenliste.

Longkamp. Seit etlichen Jahren steht im Haushalt der Ortsgemeinde Longkamp der Posten "Erweiterung Mehrzweckhalle". Doch die Realisierung wird zusehends unwahrscheinlicher. In diesem wie im vorigen Jahr liegt das laut Ortsbürgermeister Franz-Josef Klingels an der Wittlicher Großsporthalle, der Priorität eingeräumt wird. Seit acht Jahren stelle Longkamp nun schon erfolglos einen Förderantrag, kommentiert Klingels frustriert: "Ich kann mir keinen Reim darauf machen, nach welchen Kriterien das läuft." Denn das Longkamper Projekt duldet eigentlich keinen Aufschub. Wie mehrfach berichtet, soll die Mehrzweckhalle aus Kostengründen saniert werden. Veraltete Heiztechnik und eine verglaste Rückfront verursachen seit Jahren hohe Heizungskosten. Im Zuge der Arbeiten soll die von Schule, Kindergarten und Vereinen rege genutzte Halle zudem erweitert werden. Da derzeit noch offen ist, welches Heizungssystem eingebaut werden wird, sind im aktuellen Haushalt lediglich 200 000 Euro eingestellt. Insgesamt will Longkamp mehr als 400 000 Euro investieren, was die Gemeinde ohne Zuschuss nicht stemmen kann.
Besser stehen die Chancen für andere Projekte im Ort: die Erschließung des Baugebiets Altheck III für 237 500 Euro und den mit 355 600 Euro kalkulierten Ausbau der Straße Am Hambuch. Kleinere Vorhaben sind 12 000 Euro für die Gehwege in der Römerstraße und 4000 Euro für die in der Altheck, Ecke Römerstraße. Außerdem ist der Kauf von Zäunen und Toren für den Spielplatz geplant (7300 Euro). Für die Investitionen in Höhe von insgesamt 818 350 Euro benötigt Longkamp 643 140 Euro Kredit. Die relativ geringen Schulden von 69 266 Euro (Stand Ende 2010) werden also steigen. Ebenso wie die aktuelle Pro-Kopf-Belastung von 58,55 Euro (Landesschnitt 393 Euro) für jeden der 1183 Bürger.
Belastend für die Gemeinde ist aber auch das Defizit von 46 280 Euro bei den Pflichtaufgaben des Ergebnishaushalts. 1,09 Millionen Euro Erträgen stehen 1,14 Millionen Euro Aufwendungen gegenüber. Darin enthalten sind rein rechnerisch 153 780 Euro für Wertminderungen des Gemeindevermögens (Abschreibungen). Sie sind seit Einführung der kaufmännischen Buchführung (Doppik) zu buchen. Dank höherer Gewerbe- und Einkommensteuereinnahmen - ein Ergebnis der anziehenden Konjunktur - liegt das 2011er Defizit aber um 78 270 Euro unter dem von 2010. Dabei erhält die Gemeinde sogar 92 300 Euro weniger Schlüsselzuweisungen des Landes. Hintergrund sind geänderte Berechnungslagen, die auch eine Erhöhung der Steuerhebesätze erfordern. Um Nachteile zu vermeiden, hat Longkamp die Grundsteuer B von 320 auf 340 Prozentpunkte erhöht, was Grundeigentümer mit 12 bis 20 Euro jährlich mehr belastet. urs

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