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Sanierungsmanager in der VG Wittlich-Land

Energiewende : Auf der Suche nach lokaler Energie in der VG Wittlich-Land

Zwei Ingenieure unterstützen sechs Orte der VG Wittlich-Land dabei,  Bioenergiedörfer zu werden und vom Öl wegzukommen.

Christian Stalter und Tobias Thiel sind zwei dynamische junge Männer mit einem Ingenieursstudium, die seit drei Monaten als Sanierungsmanager bei der Verbandsgemeinde Wittlich-Land arbeiten. Der sperrige Titel „Sanierungsmanager“ steht für die Aufgabe, den Gemeinden dabei zu helfen, Energie zu sparen, und ein Bioenergiedorf zu werden. Dabei sollen Energiequellen angezapft werden, die in der Region zur Verfügung stehen wie die Sonne, der Wind, das Holz sowie Biomasse und Erdwärme.

Günter Weins, Fachbereichsleiter der VG für natürliche Lebensgrundlagen und Bauen, erklärt: „Eigentlich haben wir hier genügend Energiequellen, die wir nutzen können, um beispielsweise vom Öl wegzukommen, das wir von weit her importieren müssen, und das irgendwann zur Neige geht.“ Dazu arbeiten die beiden Sanierungsmanager nicht nur in ihrem Büro, sondern sind viel unterwegs. Die Orte Bergweiler, Binsfeld, Dreis, Hasborn, Klausen und Landscheid haben sich nach einem Aufruf der Verbandsgemeinde gemeldet, um bei dem Programm Bioenergiedorf mitzumachen. Mit Gemeinderäten, Ortsbürgermeistern und Bürgern haben sie schon gesprochen, um in den Orten herauszufinden, in welche Richtung es gehen soll.

Tobias Thiel berichtet: „Die Nahwärme ist in allen Dörfern ein wichtiges Thema, denn das Energiesparen bei der Straßenbeleuchtung ist meist schon von den Energieversorgern bearbeitet worden, und der Bereich Photovoltaik ist von den Gemeinden selbst erschlossen worden, wie beispielsweise in Hasborn.“ Um genauer herauszufinden, ob die Bürger überhaupt Interesse an einem Nahwärmeanschluss haben, beziehungsweise ob es in Teilen des Dorfes überhaupt Sinn macht, über ein Nahwärmenetz nachzudenken, müssen erstmal Daten und Interesse abgefragt werden.

Christian Stalter erklärt: „In einem Neubaugebiet, indem die meisten Gebäude mit Erdwärme beheizt werden, macht es wenig Sinn, über ein Nahwärmenetz nachzudenken. Ähnlich ist es in einem Straßenzug, wo erst vor kurzem die Straße erneuert wurde, denn man wird nicht extra nochmal die Straße aufreißen, um die Leitungen zu legen.“

Datenmaterial von den öffentlichen Gebäuden sind bei der Verbandsgemeinde vorhanden, aber bei den Daten der Privathäuser sind die Sanierungsmanager auf die Mithilfe der Bürger angewiesen. „In den „Rathaus“ Zeitungen, also dem Amtsblättchen, werden Fragebögen beigelegt und bei Bürgerversammlungen, die schon in einigen Dörfern stattgefunden haben, wurden sie mitgegeben“, so Thiel. Die beiden betonen, dass die Daten vertraulich behandelt werden. „Das Konzept kann mit diesen Daten detailgenauer berechnet werden“, erklärt Stalter. Er ergänzt: „In einigen Fällen macht es auch Sinn, mit Personen, die in großen Privatgebäuden leben oder Firmenchefs persönlich aufzusuchen. Das machen wir aber nur in Begleitung einer Person aus dem Ort.“ Wichtig ist den beiden VG-Mitarbeitern, dass sie dabei neutral bleiben. „Wir wollen keinem etwas einreden, sondern informieren“, betonen sie. „Wir sind auch keine Energieberater für private Eigenheimbesitzer, können aber hier eine Lotsenfunktion einnehmen“, so die Sanierungsmanager. Zudem sollen sich die Bürger in Steuerungsgruppen engagieren, wenn es beispielsweise um eine Bürgergenossenschaft oder Infoabende, über die Rentabilität von Photovoltaik oder Solartherme geht. Bei ihrem umfangreichen Themenkomplex, werden die Sanierungsmanager von zwei externen Instituten, der Energieagentur Trier, und der IFAS unterstützt.