Satire und Ohrwurm

Drei Abende hintereinander führte die Theatergruppe Hetzerath ihr neuestes Kleinkunst- und Satireprogramm auf. Insgesamt 330 Zuschauer waren begeistert vom vielfältigen Programm in dem stets ausverkauften Saal des Gasthauses Paltzer.

Hetzerath. Viel Werbung in der Presse brauchte die Theatergruppe für ihre Aufführungen nicht zu machen. "Ich hatte kaum die Plakate aufgehängt, da war die erste Vorstellung bereits ausverkauft", erzählt Ottmar Hauprich, der Leitung und Regie innehatte. Die Besonderheit der Hetzerather Gruppe ist, dass sie viele Texte selbst schreiben und darin das Ortsgeschehen in Sketchen, Vorträgen und Liedern auf die Schippe nimmt. Dabei geht sie mit den Themen nicht so derb um, wie es auf manchen Kappensitzungen üblich ist.

"Hörtest" lautete das diesjährige Motto. Damit spielten die Akteure auf den Umstand an, dass Hetzerath mit zwei Hörgeräteakustikern und einer Ohrenarztpraxis auf dem Gebiet bestens ausgestattet ist. Das eigens für den Abend getextete Lied "Oh hörst du noch gut" entwickelte sich dabei im wahrsten Sinne des Wortes zum "Ohrwurm".

Jutta Klaes-Berg erklärte die Gestaltung des Dorfbrunnens auf außergewöhnliche Weise: Sie kommentierte das Bauwerk im Stile der Kulturfernsehsendung "100 Meisterwerke". Heinz Zorn trat als Reporter Friedhelm Brebeck auf, der live aus verschiedenen Krisengebieten berichtete. Seine größte Sorge galt dabei dem eigenen Essen. Als letzten Krisenherd suchte er Hetzerath auf, in dem für Fußgänger seit Tagen kein Weiterkommen auf den Straßen sei und deswegen aufgebrachte Anlieger die Verkehrswege blockierten.

Jazzclub-Atmosphäre im vollbesetzten Saal



Weitere gelungene Programmpunkte waren Josef Hauprich als Saarländer Heinz Becker, Daniela Minnebecks Vortrag "Die Wahrheit über Weihnachten", die Nachhilfestunde im Strichcode-Deuten und die selbst getexteten Lieder zum Möbelhaustourismus und dem alten Eichhof.

Musikalischer Höhepunkt war der Auftritt von Gudrun van Brandwijk mit der Band Werner Knopp, Jochen Schmidt und Daniel Knopp, die Jazzclub-Atmosphäre in den vollbesetzten Saal brachten.

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