Schadstoffe im Vitelliuspark

Der Baubeginn des neuen Globus Bau- und Fachmarktes bleibt ungewiss. Als nicht besonders gefährlich eingestufte Schadstoffe wurden auf dem Baugelände gefunden. Vor Beginn der Bauarbeiten muss erneut saniert werden.

Auf dem Gelände des künftigen Globus Baumarktes wird kräftig gebaggert, doch vor Baubeginn muss das ehemalige Kasernengelände erneut wegen Altlasten saniert werden. TV-Foto: Christoph Strouvelle

Wittlich. Auf dem 3,3 Hektar großen Gelände des künftigen Globus Bau- und Fachmarktes im Vitelliuspark sind im März dieses Jahres Schadstoffe entdeckt worden, die bis dahin noch nicht bekannt waren. Dies teilte Ulrich Jacoby von der Stadt Wittlich auf TV-Anfrage mit. Genaueres zu der Bodenbelastung erfuhr der TV beim Bad Kreuznacher Ingenieurbüro RS-Plan AG, das für Globus tätig ist. Achim Hamann, Mitarbeiter des Büros, sagte: "Bei den Schadstoffen handelt es sich um mineralische Kohlenwasserstoffe, wie sie in jedem Treibstoff zu finden sind." Für ihn sind die Funde nichts Ungewöhnliches. Schließlich sei das Gelände militärisch genutzt worden, und bei solch einem großen Grundstück könne man nicht jedes Körnchen umdrehen. Das Gelände sei vom Bund punktuell nach bestem Wissen saniert und altlastenbereinigt übergeben worden. Man habe nachuntersucht und dabei noch an einer Stelle Schadstoffe gefunden, von denen aber nie Gefahren für die Umwelt ausgegangen seien.

Die Schadstoffe befinden sich im Bereich des ehemaligen Sportplatzes, auf dem vor 1996 noch Maschinenhallen mit entsprechenden Gruben und Abscheideranlagen vorhanden waren. Unterlagen über den Rückbau der Hallen hatten der Stadt nicht vorgelegen.

Vor dem Verkauf an eine Mitarbeitergesellschaft der Globusgruppe war die Bundesrepublik Deutschland Eigentümerin des Geländes. Sie hatte alle bekannten Altlasten saniert. Bei diesen Altlasten handelte es sich laut Jacoby von der Stadtverwaltung wie bei den aktuellen Funden auch ebenfalls um Öl- und Treibstoff-Rückstände. Der Abschluss der damaligen Sanierungsarbeiten wurde von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord bescheinigt.

Belastung bleibt im "überschaubaren Bereich"



Die anschließend im März festgestellten Belastungen wurden von der Bundesrepublik als ehemaliger Eigentümerin als Altlasten anerkannt. Dies bedeutet, dass der Bund die Sanierungskosten zu 90 Prozent trägt und der neue Eigentümer, die Mitarbeitergesellschaft der Globus-Gruppe, zehn Prozent übernimmt. Die genaue Abgrenzung der Belastung ist noch nicht bekannt, wird aber laut Jacoby nach den bisher bekannten Untersuchungsergebnissen in einem "überschaubaren Bereich" bleiben. Den langen Zeitraum von März bis Beginn der Sanierung im Oktober erklärte Achim Hamann mit den notwendigen Verhandlungen mit dem Bund als bisherigem Eigentümer und den erforderlichen Ausschreibungen und Vergaben für die Sanierung. Baubeginn und Eröffnung des neuen Baumarktes stehen daher noch nicht fest. Hanno Huwer von der Standortplanung der Globusfachmärkte mochte sich nicht auf ein Datum festlegen. Erst warte man die genauen Ergebnisse der Bodenproben ab, dann müsse saniert werden. Auch schlechte Witterungsverhältnisse könnten den Baubeginn verzögern.