Schääl Saidt wechselt das Lieserufer

Schääl Saidt wechselt das Lieserufer

Wittlich ist eine Stadt am Fluss und die Lieser hat zwei Ufer. Eins nennen die Säubrenner Schääl Saidt. Dort ist man seit genau 22 Jahren in närrischem Auftrag aktiv: Deshalb wechselt man am Freitag, 11. November, auch die Flussseite und kommt zur Sessionseröffnung auf den Marktplatz.

Wittlich. "22 Jahre Schääl-Saidt - Am Anfang war das Wort": Davon ist Hermann Barzen überzeugt. Und zwar seit zwei mal elf Jahren, ein Detail, das für Fastnachter wichtig ist. Genau vor 22 Jahren sagte der Mann, den alle auch als Till kennen: "In Wittlich gibt's seit ewigen Zeiten zwei verschiedene Lieser-Seiten. St. Bernhard, das ist ja vielen bekannt, wird in Wittlich auch die Schääl-Saidt genannt." Denn so begann der heutige Präsident des damals neu gegründeten Verein Schääl-Saidt im Februar 1993 seine Büttenrede auf der Kappensitzung der Narrenzunft Rot-Weiß und gab damit den Anstoß für den Beginn einer Erfolgsgeschichte im Wittlicher Vereinsleben. "Nicht in meinen kühnsten Träumen hatte ich an so was gedacht", blickt Hermann Barzen bewegt auf 22 Jahre Schääl-Saidt zurück. Man ist ein fester Bestandteil der Fastnacht und des Stadtgeschehens geworden.
Mit dem Leitspruch des Wittlicher Bürgermeisters Joachim Rodenkirch "Wittlich sind wir -Dajé!" ruft die Schääl-Saidt deshalb in ihrem Jubiläumsjahr alle auf, am Freitag, 11. November, 17.30 Uhr zur Sessionseröffnung auf den Marktplatz zu kommen. Dann öffnen Stadtmarketing und die Brasserie Balthazar Stände und zur Einstimmung spielt Teo Turina karnevalistische Lieder. Um 18.11 Uhr ziehen dann die Narren der Schääl-Saidt und der Narrenzunft Rot-Weiß angeführt vom karnevalistisch gekleideten Musikverein aus Kinderbeuern vom Pariser Platz zum Alten Rathaus auf den Marktplatz, wo die Kinder der Schääl-Saidt den Bürgermeister und seine beiden Beigeordneten Albert Klein und Elfriede Marmann begrüßen wollen. Danach geht der närrische Umzug weiter durch die Fußgängerzone um die sogenannte Insel herum. Das hat Tradition: Hintergrund ist die ehemalige Fastnachtseröffnung durch den legendären Wittlicher Bürgermeister Matthias-Josef Meehs (Meehse Matthi), der nach dem Krieg mit den Kindern der Stadt am Fetten Donnerstag durch die Stadt gezogen ist und Zuckerpfeifchen verteilt hat. Die Schääl-Saidt hat vor 14 Jahren diesen Brauch aufgegriffen und ihn auf den Elften im Elften verlegt.
Auch in diesem Jahr werden wieder Süßigkeiten an alle Kinder auf dem Marktplatz verteilt. Kult ist auch die "Hobelbank", früher eine Domäne der legendären Wedlia Bänkelsänger: ein Moritatengesang, in dem die hohe Politik und das Wittlicher Stadtgeschehen aufs Korn genommen werden. Gleiches tun jetzt auch wieder die Wittlicher Moritatensänger zusammen mit den Rummelsbacher Bibpailen. red