Schatzsuche draußen vor der Tür

Wochen- und Monatsmarkt locken regelmäßig Menschen zum Einkauf der anderen Art in die Stadt. Auch der alljährliche Kinderflohmarkt belebt das Pflaster im historischen Zentrum Wittlichs. Im vergangenen Jahr nutzten einige Einzelhändler im Stadtmarketingverein erstmals das besondere Einkaufsflair jenseits ihrer Schaufenster und gingen mit Ständen vor die Ladentüren. Dort gab es dann alles, was den Kaufleuten an Rest- und Sonderposten die Lager und Läden noch füllte, zum Extra-Preis. Und die Passanten griffen zu. Nicht nur draußen vor der Tür wurde eingekauft, auch im Geschäft selbst konnten einige von den Flohmarkt-Flaneuren profitieren.Vom Experiment zur Institution

Dabei ist die Spezial-Aktion, die die Interessengemeinschaft der Kaufmannschaft im Stadtmarketingverein organisiert, kein Flohmarkt im klassischen Sinne. Es kommt keine "Gebrauchtware" auf den Tisch. "Es gibt hochwertige Produkte zu kleinen Preisen, beispielsweise ausgefallenes Dekorationsmaterial", sagt Gregor Fischer, bei dem die Fäden zusammenlaufen: "Aber wir bieten das Erlebnis eines Flohmarktbesuchs, das verbunden wird mit dem Begriff einer kleinen Schatzsuche. Das hebt sich vom normalen Einkauf ab." War zur Premiere noch der ein oder andere skeptisch, ob das Experiment "Straße statt Geschäft als Geschäft" gelingt, werden nun zum Abschluss des Winterschlussverkaufs bei der zweiten Auflage noch mehr Einzelhändler mitmachen. 25 Anmeldungen liegen bereits vor. Nach den guten Erfahrungen im vergangenen Jahr hat sich beispielsweise das Geschäft von Rötel, Uhren und Goldwaren, in der Karrstraße wieder angemeldet. Ellen von Rötel sagt: "Ein Flohmarkt ist etwas, das zieht Leute in die Stadt. Und wer zuerst da ist, der bekommt die besten Sachen." So sei im Jahr 2004 aufgefallen, dass gegen neun Uhr schon die Parkplätze gut belegt waren. An normalen Samstagen starte der Einkaufsbummel erst gegen elf Uhr und das mit weniger Publikum als zur Flohmarkt-Premiere. Wie alle, die ein besonderes Einkaufserlebnis bieten wollen, wird man bei jedem Wetter draußen dabei sein. "Dann stellen wir einfach einen Schirm hin, aber mitmachen werden wir auf jeden Fall", sagt Ellen von Rötel. Neu dabei ist beispielsweise die Burgtorapotheke in der Burgstraße. Cornelia Simon-Wagner sagt: "Das war eine spontane Idee. Wir verkaufen natürlich kein abgelaufenes Aspirin. Aber wir haben auf dem Speicher noch alte Apothekengefäße." Die Premiere hat sie überzeugt: "Ich habe beobachtet, dass die Resonanz sehr gut war und die Leute begeistert waren. Außerdem kann man so zeigen, dass man aktiv ist und die Kaufstadt unterstützt." Der Flohmarkt der Wittlicher Einzelhändler der Innenstadt ist am Samstag, 29. Januar, 9 Uhr bis 16 Uhr. Unter dem Motto "Alles muss raus" darf neben neuwertigen Sonder- und Restposten auch ausgedientes Dekorationsmaterial wie Schaufensterpuppen oder Inventar verkauft werden. Weitere Interessenten können sich bei Gregor Fischer, Vorstandsmitglied bei Stadtmarketing Wittlich für die Initiativgruppe der Kaufleute, melden.