1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Scheunenkino in der Morbacher Ölmühle

Scheunenkino in der Morbacher Ölmühle

27 Kinder haben in der Morbacher Ölmühle Abenteuer pur erlebt. Der Landesfilmdienst war mit dem Projekt "Popcorn im Maisfeld" vor Ort und zeigte in Kooperation mit dem Jugendpfleger den Film "Die Rote Zora".

Morbach. Wer bei strahlendem Sonnenschein knapp 30 Kinder in einer Scheune begeistern will, muss schon mit einem besonderen Programm aufwarten. Dem Team des Landesfilmdienstes ist das geglückt. Im Rahmen des Projektes "Popcorn im Maisfeld" hat es in der Morbacher Ölmühle den Film "Die Rote Zora" gezeigt.
27 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren packten diese Gelegenheit beim Schopf. Das Projekt wartet mit sehr viel mehr als einer Filmvorführung auf. Dank der Idee, die Filme an zur Handlung passenden Schauplätzen aufzuführen, versprechen solche Gastspiele Abenteuer pur. So konnten sich die Kinder in Morbach während der Pause auf dem Ölmühlenspielplatz austoben und anschließend auch noch am offenen Feuer gebackenes Stockbrot genießen. Zwischendurch erkundeten sie gemeinsam mit Hans Jung, erster Beigeordneter der Gemeinde und gute Seele der Ölmühle, Haus und Nebengebäude.
Vom Film waren die Kinder begeistert. "Das ist ganz lustig", erzählte Marco (7) von der Szene, als ein Polizist von einem Mehlsack getroffen wurde. Ein Kind sei da fast nackt - nur mit einem Stück Stoff einer Vogelscheuche bekleidet - herumgelaufen, berichtete Lukas (8). Manchmal sei es bei der roten Zora aber auch "ein bisschen brutal" zugegangen, erzählt Darwin (7): "Die haben einen Hahn getötet."
Jugendpfleger Mario Herges, Kooperationspartner des Landesfilmdienstes, erinnerte der Film an seine Kindheit, als er die Serie im Fernsehen verfolgte. Er freute sich, dass so viele Kinder aus der gesamten Einheitsgemeinde das Angebot nutzten. Die Eltern hätten sie vorbeigebracht und holten sie später auch wieder ab. Laut Johanna Gather vom Mainzer Institut für Medienpädagogik haben in dieser Saison bisher 300 Kinder vom Popcorn-Projekt profitiert.
Mit dem Projekt "Popcorn im Maisfeld" will das rheinland-pfälzische Institut für Medienpädagogik des Vereins Landesfilmdiensts die pädagogisch begleitete Filmarbeit beleben. Die "Kinderfilmwochen" zielen darauf ab, Filme auf großer Leinwand da zu zeigen, wo es kein Kino mehr gibt. Das filmpädagogische Aktionskino steigt samt Rahmenprogramm gezielt an Schauplätzen, die zum Film passen. Kooperationspartner sind lokale Veranstalter wie Jugendpfleger. Das Projekt fördern die Stiftung Medien Kompetenz Forum Südwest und Mainzer Ministerium für Integration, Familien, Kinder, Jugend und Frauen. Autor des 1941 erschienenen Jugendbuches "Die Rote Zora und ihre Bande" ist der in Jena geborene und 1933 in die Schweiz emigrierte Kurt Held (1897 bis 1959). Im Mittelpunkt der Geschichte steht das Mädchen Zora, Anführerin einer Bande von Waisenkindern, die gemeinsam gegen die Mächtigen ihrer Heimatstadt kämpfen. Nach der 1979 entstandenen gleichnamigen Fernsehserie wurde die Geschichte 2008 im Kino ausgestrahlt. urs