Schichtdienst am Info-Stand

HAHN/MORBACH. Sieben Tage lang war für Mitarbeiter der Morbacher Verwaltung sowie Hoteliers und Gewerbetreibende Schichtdienst angesagt. Im Eingangsbereichs des Ankunft-Terminals am Flughafen Hahn warben sie für ihre Gemeinde.

DerStandort findet Beachtung. Passagiere, die ihre Wartezeit bis zumAbflug überbrücken, schlendern vorbei und schauen, was da wohlangeboten wird. "Das spricht uns schon an", gesteht ein Ehepaaraus Büdingen, nahe Frankfurt, ein, das auf dem Weg nach Rom ist.Was sie vermissen, ist eine Karte, an der man auf Anhieb erkennt,wo Morbach liegt. Auch Mechthild Mählen und Manfred Nordmann ausCloppenburg, die das Wochenende in Girona verbringen wollen,bleiben stehen. Übernachtet haben sie zuvor im Hunsrück nicht.Aber wer weiß, vielleicht beim nächsten Mal. Die vielseitigenMöglichkeiten, die Morbach bietet, scheinen ihnen auf jeden Fallzuzusagen. "Leider kommen wir erst Sonntag zurück und am Montagarbeite ich schon wieder", meint die Kurz-Urlauberin. Sonstwürden sie sich möglicherweise jetzt schon entschließen, ihrenZwischenstopp um einige Tage zu verlängern. Was die Blicke der Reisenden so auf sich zieht, ist der Morbacher Info-Stand. Gemeinde, Gewerbe- und Verkehrsverein sowie die Übernachtungsbetriebe hatten sich vor wenigen Wochen zwecks besserer Vermarktung zu einer neuen Form der Kooperation entschieden. Der "Promotion Point" der Media Frankfurt, der Vermarktungsgesellschaft des Rhein-Main-Flughafens, ist ein erster Praxis-Test.

Seit dem 20. März teilen sich Mitglieder des Vereins, Geschäftsleute und Verwaltungsangestellte im Terminal täglich in einen Drei-Schicht-Dienst ein. Der Schalter mit Infos zu Beherbergungsbetrieben, kulturellen Veranstaltungen sowie Einkaufs-, Besichtigungs- oder Wandermöglichkeiten ist im Sechs-Stunden-Rhythmus von morgens sechs bis nachts um 24 Uhr besetzt. Dass Verkehrsamtsleiter Karl-Heinz Erz dort anzutreffen ist, versteht sich von selbst. Doch auch Bürgermeister Gregor Eibes und Ortsvorsteher Hans Jung haben sich als Schicht-Dienstleister eintragen lassen, um Reisende auf Morbach aufmerksam zu machen. Ohne den ehrenamtlichen Einsatz der insgesamt rund 40 Personen, wäre das Ganze kaum finanzierbar. Beträgt doch allein der Mietpreis für einen Monat stattliche 1000 Euro. Ob es eine Wiederholung geben wird, hängt laut Eibes vom Erfolg der einwöchigen Aktion ab.

Fluggäste von längerem Zwischenstopp überzeugen

Der ist allerdings nicht direkt messbar, weil der ein oder andere Fluggast sich vielleicht erst beim nächstem Zwischenstopp zu einem Besuch entschließt. Wie eventuell die beiden Geschäftsleute aus dem englischen Norwich, die beruflich in Zell zu tun hatten. Bisher kennen zwar beide nur die Mosel, doch: "Die Flüge sind so günstig", wie Bob Wilcox meint. Weshalb er und sein Begleiter John Leamon einem späteren Urlaubsaufenthalt nicht abgeneigt scheinen. Ebenso zeigen Marcella Saponaro und Michele Rotolo Interesse, die auf ihren Rückflug ins italienische Pescara warten. Ihr Freund hatte ihr die Reise nach Heidelberg zum Geburtstag geschenkt, erzählt Marcella. Dennoch könnte sie sich "natürlich" auch einen Aufenthalt im Hunsrück vorstellen. Doch nicht nur Reisende zog es zum Morbacher Info-Stand. "Wir wollten mal schauen, wie Idar-Oberstein dargestellt ist", erklärt Gerd Becker, was ihn mit Karl-Dieter Braun zum Hahn geführt hat. Die Pensionäre gehören dem Arbeitskreis "Unsere Stadt in der wir leben" an, der sich nach der Gründung des Vereins "Stadtmarketing Idar-Oberstein" im Frühjahr 2001 bildete. Das gemeinsame Ziel sei "den Zug der Touristen" voran zu bringen, so Braun. Daher fanden die Herren den Blick zu den Nachbarn aus der Hunsrücker Einheitsgemeinde sehr aufschlussreich.