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Schieferplatten zum Schutz von Mensch und Tier: Leienhäuschen in Plein

Natur : Schieferplatten zum Schutz von Mensch und Tier: Das Leienhäuschen in Plein

Serie „Landmarken der Region“: Im Pleiner Wald gibt es eine besondere Steinformation, das Leienhäuschen. Es sind bis zu acht Meter hohe senkrechte Schieferplatten, die durch natürliche Erdbewegungen und von Menschenhand entstanden sind.

Eigentlich ist es gar nicht weit, vom Hof Holmen bis zum Leienhäuschen. Etwa einen Kilometer geht es am Ausläufer des Fuchsbergs entlang. Der breite Weg wird immer schmaler, bis  das Leienhäuschen plötzlich erscheint. Es steht versteckt oberhalb des linken Lieserufers und  ist auch von der gegenüberliegenden Minderlittgener Seite nicht zu sehen.

Das Besondere dieses Ortes ist sofort spürbar. Ein Platz, der an der breitesten Stelle etwa 18 Meter und an der engsten drei bis vier Meter breit ist. Eingefasst ist er von Schiefersteinen, die senkrecht stehen, mehrere Meter hoch. Sie sind  mit sehr viel Moos bewachsen. Die Schiefersteine stehen an einem Abhang im hügeligen Gelände.

Günter Zelder, vom Hof Holmen erzählt: „Als Kinder waren wir früher viel hier. Am liebsten haben wir Räuber und Gendarm gespielt, weil das hier mit den Felsen dafür sehr gut geeignet war.“ Auch die Kinder der Kindertagesstätte waren vor einigen Jahren gern und regelmäßig hier und haben mit ihren Erzieherinnen Häuschen gebaut.

Entstanden ist diese Felsformation wahrscheinlich vor 400 Millionen Jahren. Geologe Dr. Martin Koziol sagt: „Unsere Schiefer sind 400 Millionen Jahre alte Meeresablagerungen aus dem Devon. Sie wurden waagerecht als Lagen aus Ton und Sand abgelagert.“ Weiter erklärt er: „Vor 45 Millionen Jahren wurden die Alpen durch die Kollision der Afrikanischen und Europäischen Platte nach oben gedrückt und auch unsere Meeresablagerungen standen unter Druck und wurden bewegt.“

Daraus schließt er, dass die Schiefergesteine in Plein im Wald davon ebenfalls betroffen waren und deshalb senkrecht stehen. Bei einigen der Platten vermutet er, dass sie von Menschen dorthin gestellt worden sind, da es viele gleichgroße Platten gibt und einige, zwischen denen sehr viel Luft ist.

Kajo Schleidweiler, der den Platz gut kennt, erzählt von Überlieferungen, die seit Generationen weitergegeben werden: „Diese Stelle soll in gefahrvollen Zeiten den Pleinern als Versteck für Mensch und Vieh gedient haben. Darüber gibt es keine schriftlichen Nachweise, aber auch die Nähe zur Lieser lässt die Geschichte als glaubhaft erscheinen, denn so war es möglich dort länger bleiben zu können.“ Er ergänzt: „Auch im Zweiten Weltkrieg sollen einige Menschen dort Schutz gesucht haben.“

Der Name Leienhäuschen kommt wohl vom Wort Ley oder Lei, das Felsen oder Klippe bedeutet. Man findet den Begriff auch im Sinne von Schiefergestein oder Tonschiefer. Dachdecker wurden früher beispielsweise Leiendecker genannt.

Damit Interessierte das Leienhäuschen finden, ist der Weg dorthin in den vergangenen Jahren sehr gut ausgeschildert worden. Bernd Rehm, Ortsbürgermeister von Plein, sagt: „Das ist wirklich ein sehr interessanter Ort. Deshalb haben wir ihn gut ausgeschildert, so dass man ihn leicht finden kann und wir haben dort eine kleine Tafel mit einer Erklärung angebracht.“

Es gibt außerdem einen Rundweg von etwa fünf Kilometern, der am Parkplatz der Unkensteinhalle startet. Mit dem Wanderweg drei und vier wird ein Teil des Pleiner Plateaus umrundet und es geht weiter Richtung Schladter Mühle. Am Kirchberg kann man dem Hinweisschild Leienhäuschen folgen und anschließend Richtung Hof Holmen gehen, bevor man im Ort wieder zum Parkplatz kommt.