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Schießsportanlage Landscheid: Schrotblei-Belastung nach 40 Jahren

AUS DEM ARCHIV: Oktober 2019 : Bleibelastung durch Schießsport in Landscheid – Noch laufen die Untersuchungen

Die Schießsportanlage Landscheid soll in ihrem bestehenden, vom Bebauungsplan vorgegebenen Rahmen umgebaut und saniert werden. Dabei wird auch die Schrotblei-Belastung nach 40 Jahren Schießbetrieb ein Thema sein.

Auf dem Wurftaubenschießplatz am Landscheider Ortsrand wird nach wie vor scharf mit Schrot auf Tonscheiben geschossen, doch von der einstigen Sportanlage des Wurftaubenclubs (WTC) Landscheid sind nur noch die Außenbahnen und die überbauten Bahnen für Zielschießen mit Lang- und Kurzwaffen übrig geblieben. Die heutige Eigentümerin und Betreiberin Target World GmbH hat auf dem Gelände kräftig abgeräumt – alles soll neu werden, mit Hotel, Fachgeschäft, Schulungsgebäude und gehobener Gastronomie. Die Planungen laufen, der Gemeinderat Landscheid hat dem Vorhaben jüngst zugestimmt (der TV berichtete).

Im Ort – und nicht nur da – macht inzwischen das Gerücht die Runde, dass die Betreiber ihre Anlage nicht ganz aus freien Stücken umkrempeln, sondern dazu verpflichtet worden seien. Grund sei die Bleibelastung um und auf dem Gelände – eine Folge von vier Jahrzehnten Schrotbeschuss. Wie sieht es mit dieser Belastung aus? Gibt es entsprechende Auflagen an die Target World? Wie belastet ist das Gelände im unmittelbaren Außenbereich der Anlage? Wurden entsprechende Untersuchungen angestellt?

Der TV befragte dazu die zuständige Struktur- und Dienstleistungsdirektion (SGD) Nord in Koblenz und die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich. Die Frage, ob der Betreiber zu einer Altlastsanierung verpflichtet worden sei, wird von der Koblenzer Behörde mit einem klaren Nein beantwortet. SGD-Nord-Sprecherin Sonja Marie Stasch: „Nach unserem Kenntnisstand ist der Betreiber nicht dazu verpflichtet worden. Dafür gab es bisher auch keine Rechtsgrundlage. Somit kann der derzeitige Umbau auch nicht der Altlastsanierung dienen.“

Die Target World sei lediglich zu gutachterlichen Detailuntersuchungen aufgefordert worden um festzustellen, ob durch den jahrzehntelangen Schießbetrieb eine Grundwassergefährdung bestehen könnte.

Mit einem „Ja“ beantwortet die Sprecherin die Frage nach einer Bleibelastung auch außerhalb des gültigen Bebauungsplans. Stasch: „Dies kommt daher, weil die seinerzeit immissionsschutzrechtlich genehmigten Betriebsflächen der Schießanlage über den Geltungsbereich des derzeit geltenden Bebauungsplans hinausreichen.“ Noch keine Angaben gibt es zum Grad der Belastung im Außenbereich. Dies lasse sich erst anhand der gutachterlichen Detailuntersuchungen klären. Stasch: „Untersuchungen in der Vergangenheit hatten aber ergeben, dass das Spektrum der Bleieinträge von ,unbelastet‘ bis hin zu ,Hot-Spots‘ mit 30 000 Milligramm pro Kilo Bodenmasse reicht.“

Manuel Follmann von der Kreisverwaltung verweist auf die Zuständigkeit der SGD Nord und teilt zudem mit, dass bisher keine Altlastverfügung ergangen sei. Follmann: „Dies ist ein gesondertes Verfahren, welches bei SGD Nord, Regionalstelle Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Bodenschutz in Trier anhängig ist.“

Geschäftsführer Peter Clemens von Target World bestätigt auf Anfrage, dass im Auftrag des Anlagenbetreibers entsprechende gutachterliche Detailuntersuchungen laufen würden. Dies geschehe in enger Absprache mit der Fachbehörde bei der SGD Nord. Zum derzeitigen Stand will sich Clemens nicht äußern, denn „es handelt sich um ein noch laufendes Verfahren.“ Mit konkreten Ergebnissen sei voraussichtlich in etwa vier Monaten zu rechnen. Clemens: „Sollte sich dann ein Handlungsbedarf ergeben, wird das weitere Vorgehen mit der SGD Nord abzuklären sein.“