Schießstand in Landscheid bleibt umstritten - Investor lenkt ein und will Planung überprüfen

Schießstand in Landscheid bleibt umstritten - Investor lenkt ein und will Planung überprüfen

Der Plan des Investors Target World, in Landscheid einen Schießstand zu bauen, bleibt umstritten. Bei einer Bürgerversammlung regte sich lebhafter Widerspruch. Nun meldet sich der Investor zu Wort und will den Kritikern entgegenkommen.

Einwohnerversammlung in Landscheid zum Thema Schießanlage. TV-Foto: Klaus Kimmling. Foto: Klaus Kimmling

Mehr als drei Millionen Euro will die Firma Target World in den Um- und Neubau eines Schießstandes im Eifelort Landscheid investieren. Sie verspricht in einem Prospekt, dass dort "Deutschlands feinstes Jagd- und Sportschützen Ressort entstehen soll. Auf einer Bürgerversammlung gab es Kritik an dem Projekt (der TV berichtete). Anwohner befürchten eine Zunahme an Lärm. Dort hat der Wurftaubenclub Landscheid bislang ab und an Wochenenden geübt. Aber die Anlage hat eine sehr weit reichende Betriebserlaubnis - das Schießen ist sowohl werktags wie auch am Wochenende erlaubt. Anwohner befürchten, dass - wenn die Anlage nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben würde - dieser Spielraum auch ausgenutzt würde. Die Meinungen im Ort gehen auseinander.

Planungen liegt vor

Das Planungsvorhaben liegt derzeit vor und wird von der Verbandsgemeindeverwaltung Wittlich-Land geprüft. Vor wenigen Wochen gab es das erste öffentliche Anhörungsverfahren (der TV berichtete), das den Bürgern die Möglichkeit eröffnete, Bedenken schriftlich bei der Verwaltung einzureichen. Davon machten viele Bürger Gebrauch. Als Argumente gegen den Betrieb einer Schießanlage werden unter anderem die höhere Gesamtlärmbelastung und die Gefährdung geschützter Tierarten genannt.

Gleich mehrere Interessengruppen haben sich formiert: So hat Thomas Simon vom Förderverein des Klosters Himmerod eine Online-Petition eingereicht. 5028 Menschen haben dort bereits unterschrieben. Pater Stephan Reimund Senge vom Kloster Himmerod hatte sich auch in einem offenen Schreiben gegen den Schießstand ausgesprochen. Im Landscheider Ortsteil Burg gibt es eine Bürgerinitiative gegen den Schießstand. Die benachbarte Ortsgemeinde Großlittgen hat sich in einer Stellungnahme gegen dessen Bau ausgesprochen. Bürgermeister Karl-Heinz Hubo warnt vor einer "Sieben-Tage-Schusswoche" und fürchtet sinkende Immobilienwerte und nachlassenden Tourismus. Auch der Angelsportverein Großlittgen, dessen Teiche in der Nähe des Schießstandes liegen, protestiert gegen die Planung.

Der Investor hält an dem Projekt fest. Bernd Bahr aus Hontheim, Geschäftsführer der Target World, verweist dem TV gegenüber darauf, dass es grundsätzlich leiser werde. Man sei im vierten Jahr der Planung und habe diese fundiert und gewissenhaft gemacht: "Unser Konzept ist es nicht, möglichst viele Schüsse auf dem Schießstand abzugeben. Wir werden nicht 24 Stunden am Tag schießen und wollen keine Balleranstalt an den Start bringen. Daran haben wir kein Interesse." Bahr zeigt Verständnis für die Bedenken der Anwohner: "Wir wollen das Thema planerisch noch einmal in Angriff nehmen und schauen, an welchen Stellschrauben wir noch drehen können." Bahr sieht den Freizeitcharakter des Schießstandes im Vordergrund.

Eventpark für Firmenausflüge

Denn es soll eine Art Eventpark geschaffen werden, mit Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten. Bahr: "Da können auch Firmenausflüge stattfinden, auf denen Interessierte unter Anleitung das Schießen kennenlernen können." Bahr verweist auf die enge Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinde. Von Anfang an sei das Thema eng mit dem Gemeinderat abgesteckt worden. Es habe ein Probeschießen gegeben und man habe sich in der Planung an den Lärmvorschriften orientiert, diese sogar freiwillig unterschritten.

Außerdem würde auch ohne Target World auf dem alten und lauteren Schießstand weiter geschossen werden. Bahr: "Der Schießbetrieb wird weitergehen und wird intensiver werden." Denn es gebe bundesweit immer weniger intakte Schießstände, aber eine erhöhte Nachfrage.

Unterstützung erhält der Investor vom Landesjagdverband Rheinland-Pfalz. Dessen Geschäftsführer Erhard Bäder bestätigt dem TV, dass nach wie vor ein Interesse an einer Kooperation mit dem Investor bestehe. Denn der Jagdverband sei daran interessiert, den rheinland-pfälzischen Jägern neue und preiswerte Schießübungsmöglichkeiten zu eröffnen.

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