Schießstand Landscheid: Noch keine Ergebnisse der Bürgerbeteiligung

Schießstand Landscheid: Noch keine Ergebnisse der Bürgerbeteiligung

In der Diskussion um den Bau eines Schießstands in Landscheid (Kreis Bernkastel-Wittlich) warten die Beteiligten immer noch auf die Auswertung des Genehmigungsverfahrens. Dabei wurden 462 Einwände und Bedenken eingereicht. Davon ist letztlich das Votum des Verbandsgemeinderates abhängig.

Ob der geplante Schießstand in Landscheid jemals gebaut wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Das Projekt sorgt seit Jahren für Diskussionen. In der Eifelgemeinde gibt es seit den 1970er Jahren einen Schießstand, der jedoch nicht mehr auf dem neuesten Stand ist. Ein privater Investor will ihn für mehr als drei Millionen Euro ausbauen und dabei auch bleiverseuchtes Erdreich entsorgen. Im Rahmen des Planungsverfahrens gab es heftige Kritik von Anwohnern und Institutionen. Es hatte sich sogar eine Bürgerinitiative formiert, die den Bau verhindern will. Vor allem Lärmbelastung, auch an Wochenenden und Feiertagen fürchten die Anwohner. Diesen Bedenken hielten Befürworter entgegen, dass das Gelände dringend saniert werden müsse. Ohne einen Investor müsste die Gemeinde bis zu 600 000 Euro Kosten selbst tragen.
Inzwischen hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord jedoch Entwarnung signalisiert: ein "dringender" Sanierungsbedarf bestehe derzeit nicht.
Im vergangenen Sommer gingen im Rahmen einer Bürgerbeteiligung 462 schriftliche Einwände bei der Verbandsgemeindeverwaltung Wittlich-Land ein. Deren Auswertung wurde von der Politik als äußerst bedeutsam eingeschätzt. Die Sprecher der CDU, SPD und FDP-Fraktion im Rat der Verbandsgemeinde wollten sich in ihrer Haltung erst dann festlegen, wenn die Bürgerbeteiligung ausgewertet ist. Auch die FWG wollte die Meinungen der Träger öffentlicher Belange abwarten. Bündnis90/Die Grünen hingegen stellten fest, dass sie grundsätzlich gegen den Schießstand sind (TV vom 23. September 2014).
Ursprünglich sollte die Auswertung der Befragung Ende 2014 abgeschlossen sein. Spätestens auf einer der ersten Sitzungen des Verbandsgemeinderates in diesem Jahr sollte das Thema behandelt werden, hieß es damals von Seiten der VG-Verwaltung. Das Verfahren scheint sich aber weiter zu verzögern. Auf eine neuerliche TV-Nachfrage teilt Herbert Billen von der VG-Verwaltung mit, dass die insgesamt 462 Einwände und Stellungnahmen derzeit von den beteiligten Planungsbüros, Gutachtern und der Verwaltung aufgearbeitet werden.
Diese Aufarbeitung sei noch nicht abgeschlossen. Nach der Prüfung durch die Verwaltung und Fachstellen würden diese den zuständigen Gremien (Gemeinderat und Verbandsgemeinderat) mit einer Empfehlung vorgelegt. Billen weiter: "Da dies sehr umfangreiche Unterlagen sind, wird den Mitgliedern auch eine entsprechend längere, auf jeden Fall ausreichende Zeit zur Vorbereitung der Sitzungen eingeräumt. Eine Zeitangabe für die Abwägung in den Räten kann verständlicherweise jetzt nicht abgegeben werden." Auf die Frage, ob es bereits ähnliche Verfahren mit Bürgereinwänden gegeben habe, antwortet Anton Hauprich, Fachbereichsleiter der Bauverwaltung: "Vergleichbare Verfahren hatten wir noch nicht."