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Schiffsunfall im Eis der Schleuse: Matrose durch Seil schwer verletzt

Schiffsunfall im Eis der Schleuse: Matrose durch Seil schwer verletzt

Es ging weder vor, noch zurück in der von Eis bedeckten Wintricher Schleuse. Die Besatzung eines Schiffes versuchte am Sonntag, sich mit einer Winde freizuziehen. Doch das ging schief. Jetzt wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung ermittelt.

Wintrich. Dass sich Schiffe bei Niedrigwasser festfahren, ist keine Seltenheit. Dass sie aber in einer Schleuse im Eis feststecken und nicht mehr vor und zurück können, dürfte eine Seltenheit sein. So geschehen am frühen Sonntagmorgen in der Schleuse in Wintrich. Das Schlimme dabei: Der Matrose eines holländischen Tankmotorschiffes zog sich bei der Aktion schwere, aber nicht lebensgefährliche Verletzungen zu.
Nach Angaben der Wasserschutzpolizei in Bernkastel-Kues spielte sich das Geschehen folgendermaßen ab: Die Besatzung des Schiffes versuchte um 2 Uhr nachts mit einer bordeigenen Winde das Gefährt freizuziehen. Das Ende des Seils wurde an einem Poller an der Schleusenwand befestigt.
Als es straff gezogen war, übersprang es den Poller und schleuderte zurück. Es traf den an der Winde stehenden Matrosen am Brustkorb und an der Wirbelsäule. Nach ersten Erkenntnissen erlitt er schwere Prellungen. Der in dieser Nacht in der Schleuse diensttuende Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes alarmierte den Rettungsdienst. Da die Wasserschutzpolizei-Station in Bernkastel-Kues nachts nicht besetzt ist, telefonierte ein Beamter der Dienststelle in Koblenz einen Polizisten von der Mittelmosel aus dem Bett.
In solch einem Fall werde automatisch wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt, hieß es am Montag. Die Ermittlungen hätten aber noch nicht begonnen. Zur Vorgehensweise mit der Seilwinde hieß es: Das ist in so einem Fall nicht unüblich. cb