Schirmherr der Hilfsaktion stellt Nutzen in Vordergrund

Das katholische Bistum Trier hatte im vergangenen Jahr die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" kritisiert. Wie die Schirmherrin von 2007, Landrätin Beate Läsch-Weber, hält auch Hermann-Josef Hauth dennoch an der Hilfsaktion fest.

Hupperath/Berlin. (mai) Das katholische Bistum in Trier sieht die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton", die vom Verein "Geschenke der Hoffnung" organisiert wird, kritisch. Es ist mit den Comics, die zum Teil mit den Schuhkartons verteilt würden, nicht einverstanden. Diese Comics würden evangelikale Theologie verbreiten. Evangelikalismus wird definiert als eine theologische Richtung innerhalb des Protestantismus, die sich auf die Irrtumsfreiheit der Bibel als zentrale Grundlage christlichen Glaubens beruft.Für Herman-Josef Hauth, Schirmherr der Aktion, spielt die Kritik der Kirche keine Rolle. Er ist der Meinung, dass es auf die Hilfe ankommt, die notleidende und traumatisierte Kinder erreiche. Hauth: "Wenn Leute helfen wollten, dann sollte man das auch zulassen."Er ist davon überzeugt, dass die Päckchen ankommen und verweist auf die Spendensiegel des Vereins, zu denen unter anderem das Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen gehört. Außerdem verweist Hauth auf die Haltung seiner Vorgängerin, der Schirmherrin im Jahr 2007, Landrätin Beate Läsch-Weber.Die Landrätin hatte betont, dass der Verein ein christliches, überkonfessionelles Werk mit internationalem Profil sei. Er fördere weltweit Projekte mit Arbeitsschwerpunkten wie Hilfe für Kinder und Hilfe zur Selbsthilfe. Der Verein selbst distanziert sich von der Bezeichnung "evangelikal". Diana Molnar, Leiterin der Hilfsaktion "Weihnachten im Schuhkarton" in Berlin, sagte auf TV-Anfrage: "Wir bezeichnen uns nicht als evangelikal, überkonfessionell trifft es besser." Der Verein sei ein christliches Missions- und Hilfswerk. Im Mittelpunkt der Arbeit stünden die Weitergabe des Evangeliums und die Unterstützung Bedürftiger, unabhängig von deren Glaubensrichtung. Auf der Homepage des Vereins "Geschenke der Hoffnung" heißt es, dass der Verein seine Wurzeln in der 1950 gegründeten weltweiten Arbeit der "Billy Graham Evangelistic Association" habe. Wie der Großteil der amerikanischen Evangelikalen vertritt Graham eine konservative Moral, hat sich gegen Abtreibung und praktizierte Homosexualität ausgesprochen und befürwortet die Todesstrafe.