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Schlägerei vor Traben-Trarbacher Disko: Amtsgericht verurteilt sieben junge Männer

Schlägerei vor Traben-Trarbacher Disko: Amtsgericht verurteilt sieben junge Männer

Wenn auch nicht alle selbst zugeschlagen haben, so mussten sich sieben junge Männer aus Traben-Trarbach wegen der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung verantworten. Das Urteil: zwischen zehn Tagen Dauerarrest und zwei Jahren Jugendstrafe sowie Geldstrafen und Sozialstunden.

Es war eine lange Sitzung, an deren Ende am späten Nachmittag das Gericht unter Vorsitz von Richter Oliver Emmer mit den ausgesprochenen Strafen ein Zeichen auch für andere setzen wollte: "Wir befinden alle hier Anwesenden einer gemeinschaftlichen Körperverletzung für schuldig. Die übliche Handhabung bei Schlägereien mit Sozialstunden, die reichen hier nicht aus. Die gesamte Art und Weise des Auftretens war nicht auf eine freundliche Diskussion ausgerichtet, sondern es ging darum, Ärger zu machen", so Emmer in seiner Urteilsbegründung. Das Gericht folgte damit dem Strafmaß, das Staatsanwalt Wolfgang Spies beantragt hatte.

Im Gerichtssaal war es eng: Sieben Angeklagte mit ihren Anwälten sollten sich wegen einer Auseinandersetzung mit den Türstehern der Disko N8-Szene verantworten. Zwei blieben der Anhörung gleich fern. Emmer erließ gegen beide Haftbefehl. Nach der Mittagspause tauchte einer der Gesuchten auf - er muss am 29. Januar nun gesondert vor Gericht. Der andere blieb verschwunden.

Weil ihr Kumpel K. am 11. Februar 2013 vor der Traben-Trarbacher Disko N8-Szene in eine handgreifliche Auseinandersetzung mit den Türstehern zuvor alleine "Stress" hatte, kamen die Freunde als Gruppe zurück. Aus "wir wollten nur reden", wurde eine Keilerei, in welcher drei der Anwesenden nachweislich verwickelt waren. K. hatte bereits Hausverbot in der Disko, da es mehrfach Ärger mit ihm gegeben habe, erzählten die angegriffenen Türsteher.

Als sie ihn um 18.30 Uhr am 11. Februar des Platzes verweisen wollten, kam es bereits zu Handgreiflichkeiten und er wurde mit Handschellen festgehalten, bis die Polizei kam. "Ich komme wieder, aber nicht allein", habe K. gesagt. Das tat er etwa zwei Stunden später. Die Gruppe aus sieben jungen Männern zwischen 18 und 22 Jahren ließ die Fäuste sprechen: W. (21) - wegen Körperverletzung bereits gerichtsbekannt - vorne weg. Zwei weitere sprangen einem Türsteher von der Treppe aus auf die Brust und in den Rücken. Andere schlugen von oben ebenfalls zu. Ein Video, das im Gerichtssaal mehrfach abgespielt wurde, zeigte, wer an den Taten unmittelbar beteiligt war.

"Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen", so Staatsanwalt Spies in seinem Plädoyer. "Hier sind junge Burschen, die einen Zirkus aus Aggression, Wut und Hass rausgelassen haben." Alleine die Tatsache, dass die Opfer außer blauen Flecken und Prellungen wenig Schäden davon getragen haben, habe die Angeklagten vor höheren Strafen bewahrt.

Ein Anwalt wird Berufung einlegen, da er seinen Mandanten nicht als Mittäter sieht.