Schlanke Kinder, Impf-Lücken und eine gute Merkfähigkeit

Schlanke Kinder, Impf-Lücken und eine gute Merkfähigkeit

Jahr für Jahr gehen Zehntausende künftiger Erstklässler in Rheinland-Pfalz zur Schuleingangs-Untersuchung. Die Befunde wurden nun für einen Jahrgang zum ersten Mal zusammengeführt und ausgewertet. Was ihre Gesundheit angeht, stehen die Cochem-Zeller Vorschulkinder vergleichsweise gut da.

Cochem-Zell. Gute Kunde aus Mainz: Nur 6,7 Prozent der Cochem-Zeller Erstklässler, die an den Schuleingangs-Untersuchungen des Jahres 2006 (Schuljahr 2006/2007) teilnahmen, litten an Übergewicht. Das ergab eine Studie, deren Ergebnisse das Mainzer Gesundheitsministerium jetzt vorgestellt hat. Mit dem Wert belegt Cochem-Zell hinter dem Kreis Trier-Saarburg und der Stadt Trier Platz drei unter den 21 berücksichtigten Kreisen und zehn Städten.

Zum Schuljahr 2006/2007 besuchten nach Zahlen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems 682 Schüler die ersten Klassen der Grundschulen im Kreis. Verglichen mit dem Landesschnitt stehen die Cochem-Zeller Kinder sehr schlank da: In Rheinland-Pfalz war im Jahr 2006 jedes neunte Kind (10,9 Prozent), das eingeschult wurde, zu dick, beurteilt nach dem sogenannten Body-Mass-Index, der Körpergröße und Gewicht zueinander in Relation setzt. Der Anteil der übergewichtigen Kinder ist erkennbar höher bei Eltern mit niedrigem Bildungsabschluss und ausländischer Herkunft.

Im Jahr 2006 wurden in Rheinland-Pfalz circa 41 700 Erstklässler vor ihrer Einschulung untersucht. Die Studie der Universität Trier bezieht die Ergebnisse von 35 301 dieser Untersuchungen mit ein. Daten von drei Kreisverwaltungen konnten wegen eines anderen Erfassungsprogramms noch nicht berücksichtigt werden. Die Auswertung lässt unter anderem Rückschlüsse zu auf Impfstatus, Zahngesundheit, Haltungsschäden, die Teilnahme an den Früherkennungs-Untersuchungen (U 1 bis 9) und sprachliche Fähigkeiten.

Was den Impfstatus angeht, rangieren die Cochem-Zeller Vorschulkinder landesweit ebenfalls unter den Top Ten. 80,1 Prozent der Untersuchten waren bei allen vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Impfungen. Dass auch in Cochem-Zell die empfohlene Quote von 85 Prozent nicht erreicht wird, hängt vor allem mit Impflücken bei Röteln (82,2 Prozent), Masern (82,4 Prozent, jeweils Rang 16) und Mumps (82,2 Prozent, Platz 19) zusammen. Besonders hoch liegt die Impfquote bei Hepatitis B. 95,4 Prozent der untersuchten Cochem-Zeller Vorschulkinder konnten diese Impfung nachweisen - Rang zwei.

Mit Blick auf die sprachlichen Fähigkeiten lag der Anteil auffälliger Befunde im Kreis bei 15,3 Prozent (Rang 22), 2,7 Prozent über dem Landesschnitt. Es wurde unter anderem untersucht, wie umfangreich Deutschkenntnisse und Wortschatz sind und ob die Kinder an Artikulationsstörungen leiden. Super schnitten die Cochem-Zeller Erstklässler des Jahres 2006 ab, wenn sie Anweisungen umsetzen, Zahlen und Sätze nachsprechen sollten, Stichwort: Merkfähigkeit. In nur 0,1 Prozent der Fälle kam es zu auffälligen Befunden - Platz eins.

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