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Schlechtes Honigjahr: Den Bienen war’s zu kalt

Schlechtes Honigjahr: Den Bienen war’s zu kalt

Ist es im Frühjahr und zu Beginn des Sommers sonnig und warm, sind viele Bienen unterwegs auf Wiesen und in Wäldern. Doch in diesem Jahr waren die Wetterbedingungen ziemlich mies für das fleißige Insekt. Die Honigernte ist daher deutlich geringer ausgefallen als in anderen Jahren.

Normalerweise erntet Hermann-Josef Valerius dreimal im Jahr von seinen zwölf Bienenvölkern Honig. In diesem Jahr konnte der Hobby-Imker aus Altrich nur zweimal die Bienenwaben ausschleudern. "Die erste Ernte Ende Mai war noch ganz passabel, die zweite war kaum noch der Rede wert und die dritte viel ganz aus", berichtet er.

Das schlechte Wetter im Frühjahr und in den ersten Sommerwochen mit viel Regen hat ihm und den anderen Imkern im Kreis die Honigernte ziemlich vermasselt. Normalerweise bringt, so Valerius, ein Volk - das sind 40.000 bis 60.000 Bienen - 30 bis 40 Kilogramm Honig, in diesem Jahr seien es deutlich unter 30 Kilo gewesen. "Es war zu kalt und hat zu viel geregnet. Die Bienen hatten wenig Gelegenheit zum Nektarsammeln", erklärt Valerius. Die Imker sprechen bei den Erntezeiten auch von Tracht. Beispiel: Wenn Obstblütentracht vorliegt, dann blühen gerade die Obstbäume, und die Bienen sammeln Nektar von den Obstbäumen. Weitere wichtige Trachten sind neben der Obstblüte die Rapsblüte und die Akazien- beziehungsweise Sommertracht.

Im Gegensatz zu 2016 war das Vorjahr hervorragend gewesen. Höchstens die Hälfte an Honig konnten die Imker diesmal ernten. Eines der besten Honigjahre, erinnert sich Valerius, sei 1976 gewesen. Allerdings variieren die Erntemengen von Standort zu Standort. Am besten sind sonnige, windgeschützte Plätze am Waldrand, wo Brombeeren und Himbeeren blühen, und sich in der Nähe Streuobstwiesen oder blühende Wildwiesen befinden, weiß Valerius.

Valerius ist der Vorsitzende des Kreisimkerverbandes. 210 Mitglieder - fast ausschließlich Hobbyimker, die ihren Honig im Bekannten- und Freundeskreis oder in Geschäften der Region verkaufen, sind in dem Verband organisiert. Valerius schätzt, dass sie zusammen rund 2200 Bienenvölker haben. In den vergangenen Jahren ist die Mitgliederzahl deutlich gewachsen. Valerius: "Immer mehr Menschen, darunter auch zunehmend Frauen, entdecken die Imkerei als naturnahes, nachhaltiges Hobby für sich." Früher sei das eine reine Männerdomäne gewesen. Sogar in den Großstädten halten Menschen Bienen. Vor allem junge Leute haben das Imkern als trendiges Hobby entdeckt.