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Schlechtes Wetter: Sonne bringt weniger Energie

Schlechtes Wetter: Sonne bringt weniger Energie

Seit vier Jahren gibt es die "Renergie Stadt Wittlich". Sie betreibt drei Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Dächern. Erstmals liegt das Produktionsergebnis insgesamt 8,85 Prozent unter dem kalkulierten Plansoll.

Wittlich. Das Wetter ist schuld. Mensch, Natur, Technik hängen von ihm ab. Dass aktuell die längsten Tage im Jahr sind und bald die Sonne wieder täglich etwas weniger scheinen wird, merkt man kaum angesichts des überwiegend grauen Himmels. Dass das so ist, belegt auch der Zwischenbericht der Renergie Stadt Wittlich. Sie betreibt drei Photovoltaikanlagen: Im September 2012 ging die erste auf dem Dach des Servicebetriebs (Rudolf-Diesel-Straße) ans Netz, im Oktober eine zweite auf dem Eventum und im Mai 2013 die bislang letzte auf der damals neuen Kita im Vitelliuspark.
Das damalige Ziel der Renergie, an der neben der Stadt auch die RWE zu 30 Prozent beteiligt ist, war neben dem zu guten Bedingungen angelegten Geld, einen Beitrag zur Klimawende zu leisten. Kurzum, im Jahr rund 76 Tonnen Kohlendioxid (CO2) zu sparen und insgesamt rund 140 000 Kilowattstunden Strom im Jahr zu erzeugen.
Das hat geklappt. Die ersten Renergie-Bilanzen waren positiv: 2013 wurden 135 000 Kilowattstunden (KWH) produziert, 2014 waren es 150 000 KWH und im Jahr 2015 waren es sogar schon 160 000 KWH. Am besten schnitt dabei die Anlage auf der Kita ab.
Nun wird im Stadtrat am Donnerstag, 23. Juni, ein Zwischenbericht für das aktuelle Wirtschaftsjahr vorgelegt. Dabei geht man von einem Jahresproduktionssoll von 150 000 Kilowattstunden aus. Bislang wurden jedoch erst 48 000 KWH produziert. Damit liege man insgesamt um 8,85 Prozent niedriger als errechnet.
Dabei ist der negative Effekt ganz unterschiedlich verteilt: Das Kita-Dach erzielt minus 6,37 Prozent, der Servicebetrieb minus 10,17 Prozent und das Eventum minus 12,39 Prozent. Wie es weiter geht, ist unbekannt. Dazu steht in den Unterlagen für die Stadtratsmitglieder: "Der weitere Verlauf ist witterungsabhängig". sos
Extra

Die Renergie Stadt Wittlich GmbH wurde im Juni 2012 gegründet. Gesellschafter sind die Stadt Wittlich (70 Prozent) und RWE. In die drei Solaranlagen hat die Renergie Stadt Wittlich nach früheren Angaben 250 000 Euro investiert. Man will bei einer durchschnittlichen jährlichen Gesamtleistung von 140 000 Kilowattstunden an regenerativem Strom den entsprechenden Jahresverbrauch von bis zu 40 Haushalten CO2-neutral erzeugen. sos